Zvartnots Tempel

Eurasien.Reisen > Armenien > Zvartnots Tempel

Zvartnots Tempel

Der Name Zvartnots bedeutet aus dem Armenischen übersetzt „Tempel der wachsamen Mächte“ oder „Tempel der himmlischen Engel“. Dieses außergewöhnliche Bauwerk befindet sich nur 10 Kilometer von Eriwan entfernt, in der Nähe des gleichnamigen internationalen Flughafens an der Straße nach Wagharschapat (auch bekannt als Etschmiadsin). Der im 7. Jahrhundert n. Chr. während des Pontifikats von Katholikos Nerses III. erbaute Tempel war Zeuge eines bemerkenswerten historischen Augenblicks: Der byzantinische Kaiser Konstans II. persönlich wohnte seiner Weihe bei. Er war von seiner Pracht so beeindruckt, dass er den Wunsch äußerte, in Konstantinopel eine Nachbildung zu errichten – ein Vorhaben, das leider nie in Erfüllung gehen sollte.

Swartnoz unterschied sich von allen damals existierenden christlichen Kirchen. Seine Architektur war bahnbrechend. Statt des typischen Basilika-Grundrisses wurde der Tempel als kreisförmiger Bau errichtet, der sich in drei abnehmenden Reihen zylindrischer Baukörper erhob und von einer großen Kugelkuppel gekrönt wurde. Im Inneren ruhten die Mauern auf einer symmetrischen, kreuzförmigen Säulenanordnung, die ein perfektes gleicharmiges Kreuz bildete. Gelehrte und Historiker haben oft bemerkt, dass die Struktur von Swartnoz mehr mit antiken babylonischen Zikkurats als mit zeitgenössischen christlichen Bauwerken gemeinsam hatte.

Der Grundriss des Tempels zeichnete sich durch extreme Symmetrie aus, die von seinem Zentrum ausstrahlte. Jede Wandebene war mit zahlreichen Fenstern gesäumt, die den Innenraum mit natürlichem Licht durchfluteten, während die Kuppel ätherisch über filigranen, sich zum Himmel öffnenden Bögen zu schweben schien. Dieses Gefühl von Weite und Aufwärtsbewegung verlieh dem Bauwerk eine fast überirdische Aura. Die Brillanz von Zvartnots hinterließ einen unauslöschlichen Eindruck in der armenischen Architektur und inspirierte die Gestaltung weiterer Kirchen in den folgenden Jahrhunderten.

Selbst in seinem ruinösen Zustand spricht Zvartnots mit einer Stimme von Majestät und seltener Schönheit. Seine Fragmente sprechen Bände – der Stein scheint Geschichte zu atmen. Betrachten Sie die erhaltenen Säulen, kunstvoll mit antiken armenischen Ornamenten verziert, und stellen Sie sich das gesamte Bauwerk einst in solcher Pracht vor. Gesimse mit filigranen Mustern, Fenster mit verschlungenen dekorativen Motiven und Tempelwände mit Weinreben, Granatapfelzweigen und detailreichen geometrischen Mustern – es war ein in Stein gehauenes Meisterwerk.

Einst gab es eine Art „Porträtgalerie“ – Skulpturen von Propheten, Aposteln und Evangelisten. Einige Gelehrte glauben, dass sich darunter auch die Gesichter von Wohltätern und Spendern befanden, die zum Bau des Tempels beigetragen hatten – verewigt in heiligem Stein.

Ein Besuch im Zvartnots-Museum ist ein Muss. Versteckt hinter den Tempelruinen, rechts neben den Überresten des Patriarchenpalastes und der Wohnviertel, beherbergt das Museum eine Sammlung faszinierender Artefakte. Darunter befinden sich menschliche Skulpturen, Fragmente von Tempelmosaiken und antike Sonnenuhren, die einst die heilige Zeit maßen.

Die Erbauer von Zvartnots verwendeten eine breite Palette vulkanischen Gesteins – grauen, schwarzen, violettbraunen und rötlichen Tuffstein. Jeder Farbton verleiht dem Bauwerk Tiefe und Charakter. Im Zentrum des Tempels befindet sich eine geheimnisvolle Vertiefung, die über eine schmale Treppe erreichbar ist. Einer Theorie zufolge beherbergte sie einst die Reliquien des Heiligen Gregor des Erleuchters, des Schutzpatrons des armenischen Christentums.

Der Bau von Zvartnots dauerte fast elf Jahre. Das zwischen 641 und 643 n. Chr. begonnene Projekt schritt mit Unterbrechungen voran und wurde schließlich 652 abgeschlossen. Über 300 Jahre lang galt der Tempel als Leuchtfeuer des Glaubens und architektonischer Brillanz. Doch um 970–973 ereignete sich ein schweres Erdbeben, dem die eleganten Bögen und Kuppeln nicht standhalten konnten. Die Zeit verging, und über den Ruinen bildete sich ein riesiger Erdhügel, aus dem noch immer die Spitzen von vier massiven Pylonen himmelwärts ragten – eine geisterhafte Spur dessen, was einst war.

Die Ausgrabungen begannen erst 1901. Erst dann enthüllte das vergrabene Wunder seine Geheimnisse und das erstaunliche Erbe von Zvartnots. Die Ausgräber legten Fragmente von Flachreliefs und kunstvollen architektonischen Details frei, jedes mit bemerkenswerter Handwerkskunst geschnitzt, sowie Stücke eines farbenfrohen Mosaiks.

Im Schatten der Klöster: Ein Tag jenseits von Eriwan

Von$160
1 Day

Spaziergang durch das Klostergelände von Saghmosavank
Bewundern Sie den Panoramablick von Amberd
Erkunden Sie die Ruinen einer mittelalterlichen Festung
Entdecken Sie Legenden in der Karmravor-Kirche
Besuchen Sie das Grab von Mesrop Mashtots
Erfahren Sie mehr über die Entstehung des armenischen Alphabets

Entdecken Sie Armeniens spirituelle und historische Schätze auf einem Tagesausflug ab Eriwan. Erkunden Sie Klöster an den Klippen, alte Festungen und heilige Legenden, von Saghmosavank bis Amberd und Oshakan – der Heimat des Schöpfers des armenischen Alphabets – inmitten atemberaubender Hochlandlandschaften.
(1 Rezension)