Bogibaland: Der Garten von Amir Temur in Samarkand

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Bogibaland: Der Garten von Amir Temur in Samarkand

Samarkand, das Juwel der Seidenstraße und das Herz des Reiches von Amir Timur, hat eine bemerkenswerte kulturelle Initiative vorgestellt – die erste touristische Mahalla in Usbekistan.„Bogibaland.“ Dieses neue Reiseziel lässt den Geist von Temurs legendären Gärten wieder aufleben, die einst in seinem gesamten riesigen Reich für ihre Schönheit, ihren Reichtum und ihre Harmonie mit der Natur berühmt waren.

Vor Jahrhunderten war Samarkand von prächtigen königlichen Gärten umgeben – Bogi Shamal, Bogi Dilkusho, Bogi Zogon, Bogi Bihishtund andere. Im Laufe der Zeit überlebten nur ihre Namen, geflüstert in Chroniken und Gedichten. Doch einer von ihnen – Bogi BalandiBogibaland Mahalla, was so viel wie „Der Hohe Garten“ bedeutet, hat die Jahrhunderte überdauert. Einst ein beliebter Rückzugsort am Hofe Temurs, blüht es heute als Bogibaland Mahalla, auch bekannt unter seinem poetischen zweiten Namen Anjirzor oder „Der Feigengarten“.

Am Fuße des Chupanata-Hügels erstreckt sich das Anjirzor-Tal anmutig über zwei bis drei Kilometer und ist kaum einen halben Kilometer breit. Dieses fruchtbare Land ist seit Jahrhunderten die Heimat von Feigenbauern, und die heutigen Bauern sind die direkten Nachfahren jener hingebungsvollen Dehqans, die einst Timurs Obstgärten pflegten. Der nährstoffreiche und uralte Boden bringt noch immer die Frucht hervor, die Samarkand berühmt gemacht hat – die Feige, hier als „Paradiesfrucht“ bekannt.

In seiner BaburnamaDer Mogulkaiser Babur beschrieb diesen Garten und vermerkte, dass er von Amir Temur zu Ehren seiner geliebten Enkelin Okabegim, der Tochter Mironshahs, angelegt wurde. Generationen später ist der Feigenanbau noch immer das Herzstück von Bogibaland. Die über 40 Hektar großen Obstgärten produzieren jede Saison mehr als 300 Tonnen gelbe und schwarze Feigen – alle natürlich und ohne Chemikalien angebaut.

Besucher des Gartens können diese lebendige Geschichte hautnah erleben. Während der zweimal jährlich im Juni und September stattfindenden Feigenernte sind Touristen eingeladen, gemeinsam mit den Einheimischen reife Früchte von 200 bis 300 Jahre alten Feigenbäumen zu pflücken. Abseits der Obstgärten können sie die traditionellen Methoden des Feigentrocknens und der Herstellung von Feigenmarmelade beobachten – Geheimnisse, die liebevoll über Generationen weitergegeben wurden. In den Häusern und Werkstätten des Mahalla sind Gäste herzlich willkommen, handgemachte Feigenspezialitäten zu probieren und zu erwerben – eine süße Erinnerung an ihren Besuch.

Doch Bogibaland ist mehr als nur ein Garten. Es ist ein lebendiges Museum des kulturellen Erbes von Samarkand, wo uralte Handwerkskunst auf Gemeinschaftssinn trifft. Das Areal umfasst Kunsthandwerksbetriebe, Gästehäuser, die archäologische Stätte Kizlar Teppa und die Hodja Ishaki Vali Moschee – allesamt Teil eines Ensembles, das Usbekistans einzigartige Mischung aus Tradition, Gastfreundschaft und Erneuerung widerspiegelt.

Die Geschichte Bogibalands ist eng mit dem großen Vermächtnis von Amir Timur verbunden, der Samarkand zu einer politischen und botanischen Hauptstadt machte. Der große Herrscher, berühmt für seine militärischen Eroberungen, widmete sich auch der Verschönerung des Landes und verwandelte sein Reich in ein Mosaik aus Gärten und Obstplantagen. Historische Aufzeichnungen erwähnen mindestens vierzehn königliche Gärten, von denen neun oder zehn von Timur selbst angelegt wurden.

Darunter waren:

  • Bogi Dilkusho (Der seelenbezaubernde Garten), geschaffen zu Ehren einer von Temurs Frauen, Tukel-Khanum;
  • Bogi Maydan (Der Gartenplatz)in der Nähe des Chupanata-Hügels;
  • Bogi Chinar (Der Platanengarten)östlich von Samarkand;
  • Bogi Shamal (Der Garten des Windes), geschenkt an Temurs Enkelin, die Tochter Mironschahs;
  • Bogi Davlat-Abad (Der Garten des blühenden Staates), gegründet nach seiner Rückkehr aus Indien.

Obwohl die Zeit die meisten dieser Gärten ausgelöscht hat, besteht Bogibaland als ihr lebendiger Erbe fort – ein Ort, an dem der Boden noch immer Geschichte atmet und jedes Feigenblatt eine Geschichte aus Samarkands goldener Vergangenheit erzählt.

Heute, mit der Entstehung von Usbekistans erstem touristischen Mahalla, erwacht das Erbe der Gärten von Amir Timur zu neuem Leben. Besucher können durch üppige Obstgärten schlendern, die Nachfahren der alten Gärtner treffen und dieselbe Brise spüren, die einst den Duft von Feigen durch Timurs Reich trug.

In Bogibaland wird Geschichte nicht nur erinnert – sie wächst, reift und schmeckt so süß wie eh und je.