
Die Bagrati-Kathedrale, eine prächtige orthodoxe Kirche und eines der Wahrzeichen Kutaissis, zählt zum UNESCO-Weltkulturerbe. Fast 300 Jahre lang war sie halb verfallen und trug die Spuren von Invasionen und der Zeit. Doch 2012, nach umfassender Restaurierung und Rekonstruktion, erstrahlte sie wieder in ihrer vollen Pracht auf dem höchsten Punkt der Stadt. Von ihrem Hügel aus bietet die Kathedrale einen atemberaubenden Panoramablick auf Kutaissi und die umliegende Landschaft.
Obwohl die ursprüngliche Struktur aufgrund wiederholter Angriffe osmanischer Truppen nicht vollständig erhalten ist, spiegelt das restaurierte Gebäude noch heute die Eleganz seines historischen Designs wider. Die Bagrati-Kathedrale, erbaut um die Wende zum 10. Jahrhundert und fertiggestellt im Jahr 1003, markierte den Beginn des Goldenen Zeitalters Georgiens – einer Ära blühender Kultur, Macht und architektonischer Innovation. Erbaut nach den neuen architektonischen Grundsätzen des Südkaukasus, war die Kathedrale einst reich mit geschnitzten Ornamenten und schillernden Mosaiken verziert. Bis heute sind Fragmente ihrer antiken Buntglasfenster, Fresken und Wandmalereien erhalten und für Besucher sichtbar.
Die Kathedrale wurde zu Ehren von König Bagrat III. benannt, dem ersten Herrscher des vereinten Georgiens. 1089 wurde König David der Erbauer – einer der am meisten verehrten Monarchen Georgiens – innerhalb ihrer heiligen Mauern gekrönt. Jahrhundertelang blieb die Kathedrale unversehrt. 1691 richteten die Osmanen jedoch erheblichen Schaden an und ließen das Dach und die zentrale Kuppel einstürzen. 1770 übernahmen russische Truppen die Kontrolle über Kutaissi, und die Kathedrale wurde im Zuge des Konflikts weiter zerstört. Von da an bis Mitte des 20. Jahrhunderts blieb Bagrati eine Ruine – ein ehrwürdiges Relikt des spirituellen und architektonischen Erbes Georgiens.
Die Restaurierungsarbeiten begannen 1952 in bescheidenem Umfang und hauchten dem alten Stein allmählich neues Leben ein. 1974 wurde die Kathedrale in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen, was ihre Bedeutung auf der Weltbühne festigte. 2001 wurden die regulären Gottesdienste wieder aufgenommen, ein Zeichen für eine spirituelle Wiederbelebung. 2010 begannen umfassende Wiederaufbauarbeiten, die jedoch nicht ohne Kontroversen verliefen. Sowohl die UNESCO als auch der Patriarch der Georgisch-Orthodoxen Kirche lehnten die Renovierungsarbeiten ab, da sie den Verlust der historischen Authentizität fürchteten. Dennoch gipfelten die Restaurierungsarbeiten 2012 in der Installation eines eindrucksvollen, zwei Meter hohen und 2 Kilogramm schweren Bronzekreuzes auf der Kuppel der Kathedrale.

Die Architektur der Bagrati-Kathedrale hinterlässt einen starken Eindruck. Massive Steinblöcke und imposante Säulengänge unterscheiden sie von anderen georgischen Kirchen dieser Zeit. Obwohl die Kathedrale von befestigten Mauern umgeben ist, dürften diese einst eher Teil der Stadtverteidigung gewesen sein als ursprünglicher Kirchenbau. Östlich davon liegen die Überreste einer alten Festung, in der noch eine kleine Kapelle steht und in der Ferne die Silhouette des Gelati-Klosters zu erkennen ist – ein weiteres wertvolles Denkmal der georgischen Geistesgeschichte.