
Das Kloster Dschwari zählt zu den ältesten und am meisten verehrten christlichen Heiligtümern Georgiens. 1994 wurde es als erstes georgisches Denkmal in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen – eine Anerkennung seiner tiefgreifenden historischen und spirituellen Bedeutung. Auf einem Hügel gelegen, bietet das Kloster einen atemberaubenden Blick auf die alte Hauptstadt Mzcheta, die majestätische Swetizchoweli-Kathedrale und den dramatischen Zusammenfluss von Kura und Aragwi.
Wer Jvari mit einem lokalen Führer oder einem georgischen Gastgeber besucht, wird sicherlich vom poetischen Erbe des Klosters erfahren – es ist in Michail Lermontows legendärem Gedicht verewigt. MtsyriAm Fuße des Hügels steht eine Statue des großen russischen Dichters, die an seine Verbindung zu diesem mystischen Ort erinnert.
Der Name Dschwari „Kreuz“ bedeutet übersetzt, und das Kloster ist auch als Kloster des Heiligen Kreuzes bekannt. Der georgischen Überlieferung zufolge errichtete die Heilige Nino, die Erleuchterin Georgiens, im 4. Jahrhundert genau auf diesem Hügel ein Holzkreuz, um den Triumph des Christentums über das Heidentum zu symbolisieren. Dieses Kreuz, dem wundersame Heilkräfte zugeschrieben wurden, wurde zum Leuchtfeuer des neuen Glaubens.
Zwei Jahrhunderte später wurde an der Stelle des heiligen Kreuzes eine kleine Kirche errichtet, gefolgt vom Bau des nahegelegenen Klosters Dschwari. Historiker streiten sich zwar noch immer über das genaue Datum der Erbauung, doch die meisten gehen davon aus, dass es zwischen 604 und 642 n. Chr. entstand. Die Identität des Architekten, der dieses architektonische Juwel schuf, ist im Laufe der Zeit verloren gegangen.
Von 2004 bis 2007 zählte das Kloster zu den „100 am stärksten gefährdeten Stätten“ weltweit, ein deutliches Zeichen seiner Verletzlichkeit. Dank umfangreicher Restaurierungsarbeiten wurde es von dieser Liste gestrichen und bewahrte so seinen Platz in Geschichte und Verehrung. Heute ist das Kloster Dschwari nicht nur ein Pilgerziel, sondern auch ein Symbol von Mzcheta und zieht jährlich Tausende von Besuchern aus aller Welt an.
Die architektonische Eleganz von Jvari liegt in ihrer bemerkenswerten Harmonie mit der umgebenden Landschaft. Die Kirche, von bescheidener Größe, hat die Form eines Kreuzes in einem Quadrat und wird von einer anmutigen Kuppel gekrönt. Das Bauwerk ist 25 Meter hoch und hat eine Grundfläche von etwa 22 mal 19 Metern.
Skulpturale Reliefs und ornamentale Motive schmücken die Ost- und Südfassade. Diese alten Schnitzereien stellen die adligen Gönner dar, die den Bau des Klosters überwachten. Doch die Zeit war nicht ganz gnädig – Graffiti in verschiedenen Sprachen, darunter Russisch, verschandeln die Außenmauern – Überbleibsel des sorglosen Tourismus.
Das Innere des Klosters ist schlicht und besinnlich und spiegelt den Geist georgianischer Kirchenarchitektur wider. Im Zentrum steht ein Sockel, der einst das Kreuz der Heiligen Nino trug. Eine Handvoll Ikonen und Kreuze schmücken die Wände. Ihre feierliche Schönheit bildet einen Kontrast zur Opulenz byzantinischer Innenräume, in denen aufwendige Dekorationen oft im Mittelpunkt stehen.
Das Kloster Dschwari befindet sich in Mzcheta, der alten Hauptstadt Georgiens, nur 25 Kilometer von Tiflis entfernt. Mzcheta erreicht man am häufigsten mit dem Marschrutka (Sammel-Minibus), der vom Busbahnhof Didube in Tiflis abfährt. Der Bahnhof liegt inmitten eines geschäftigen Marktes und kann daher chaotisch wirken. Den richtigen Minibus zu finden ist jedoch leicht: Fragen Sie einfach die Fahrer oder Passanten, wo sich die Marschrutkas nach Mzcheta befinden. Fahrkarten sind an der Kasse oder direkt beim Fahrer erhältlich.
In Mzcheta hält der Minibus im Stadtzentrum. Zwar ist es technisch möglich, von dort aus zu Fuß zum Kloster zu gelangen, dieser Weg ist jedoch nur körperlich fitten Reisenden zu empfehlen. Dschwari liegt auf einem hohen Hügel, und der einzige Weg ist eine lange Serpentinenstraße ohne Bürgersteige oder Seitenstreifen, was das Gehen zu Fuß schwierig und potenziell gefährlich macht.
Am praktischsten ist es, ein Taxi zu bestellen, das Sie den Berg hinaufbringt. Einheimische Fahrer kennen die Strecke, und der Fahrpreis liegt in der Regel zwischen 15 und 20 georgischen Lari. Wenn Sie in einer Gruppe reisen, ist der Preis sogar noch günstiger – ein kleiner Preis für eine Reise in Georgiens heilige Vergangenheit.
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