
Jedem Touristen, der den Altyn-Emel-Nationalpark besucht, fällt als erstes die berühmte Singende Düne ein.
Die Singende Düne, auch Aigaikum genannt, ist das Symbol von Altyn-Emel, eines der Sieben Wunder Kasachstans, ein nationales Naturdenkmal und ein einzigartiges natürliches Musikinstrument. Wer dieses Wunder einmal gesehen hat, weiß, dass es einen unvergesslichen Eindruck hinterlässt. Die Düne, ein steiler Hang aus reinem Quarzsand mit spärlicher Vegetation, erstreckt sich über 240 Hektar zwischen den Bergen Bolshoy und Maly Kalkan. Vor etwa 10,000 bis 12,000 Jahren brachten ständige Kollisionen von Ost- und Westwinden, oft als „Rose der Winde“ bezeichnet, riesige Sandwolken auf die felsige Ebene und bildeten dieses Naturwunder.
Die Düne erhielt ihren Namen „singend“ aufgrund eines Naturphänomens, bei dem Sandkörner unter dem Einfluss des Windes aneinander reiben und dabei Geräusche erzeugen. Bemerkenswerterweise hat sich die Düne trotz der Jahrhunderte nicht von ihrem Standort verschoben. Sie hat zwei Hänge: einen südlichen, der 150 Meter hoch ist, und einen nördlichen, der 100 Meter hoch ist. Die Düne ist 3 Kilometer lang und ihr „Lied“ ist ein tiefes, hallendes und dennoch kraftvolles Summen.
Bei trockenem Wetter erzeugt die Düne ein Geräusch, das an das ferne Dröhnen eines Flugzeugs oder die tiefen Töne einer Orgel erinnert. Dieses Geräusch kann sogar durch einfaches Betreten des Sandes ausgelöst werden, wodurch dieser die steile Wand der Düne hinabrutscht. Die Singende Düne ist am melodischsten, wenn der Wind weht, was sie zu einem außergewöhnlichen und seltenen Naturphänomen macht.
Der Sand dieser Region ist voller Folklore und unzähliger Legenden. In der Vergangenheit, als die Menschen den natürlichen Ursprung des „Gesangs“ der Düne nicht verstanden, glaubten viele, dies sei die Grabstätte des großen Dschingis Khan. Der Legende nach waren die seltsamen Geräusche der Geist des mongolischen Herrschers, der versuchte, dem einfachen Volk seine legendären Taten zu erzählen.
Eine andere Geschichte schreibt die Erschaffung der Düne dem Teufel oder „Shaitan“ zu. Der Legende nach hatte der Teufel Freude daran, Unheil zu stiften, Konflikte zu säen und Chaos unter den Menschen zu stiften. Zur Strafe entzog ihm der Allmächtige die Fähigkeit, sich frei zu bewegen, und zwang ihn, zu Fuß in seine ferne Heimat zurückzukehren. Erschöpft von der Reise schlief der Shaitan ein und verwandelte sich in einen Sandhügel. Jetzt schlummert er, aber wenn er gestört wird, gibt er unheimliche Geräusche von sich, als sei er immer noch ruhelos.
Die Singenden Dünen von Altyn-Emel tauchen sogar in Paulo Coelhos Roman auf, Der Zahir.
Ob von einer Legende angezogen oder von der Natur fasziniert, die Singende Düne zieht jedes Jahr Tausende von Touristen an. Jeder, der Altyn-Emel besucht, träumt davon, dieses sandige Wahrzeichen zu erobern, und die gute Nachricht ist, dass dies relativ einfach ist. Am besten genießt man es in guter Gesellschaft und unter der Führung sachkundiger Reiseführer. Von der Spitze der Düne werden Sie mit einem atemberaubenden Panoramablick belohnt: dem gewundenen Fluss Ili, den Gipfeln des Dschungarischen Alatau, dem Ketmen-Gebirge und dem atemberaubenden umliegenden Tal. Ein Spaziergang entlang des Kamms dieses sich bewegenden Riesen ist ein wahres Abenteuer – ein Schritt könnte Sie die Düne hinunterstürzen oder am Rand balancieren lassen. Und natürlich können Sie einige unglaubliche Fotos und Videos aufnehmen, die jeden neidisch machen werden.
Ort:
Kasachstan, Region Zhetisu, staatlicher Altyn-Emel-Nationalpark.
Um zur Singenden Düne zu gelangen, nehmen Sie die Autobahn Almaty-Konaev (Kapchagay)-Saryozek. Bevor Sie Saryozek erreichen, biegen Sie rechts in Richtung der Stadt Zharkent ab. Von dort aus folgen Sie der Straße zum Altyn-Emel-Pass und folgen den Schildern weiter, die zur Düne selbst führen.
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