Naturschutzgebiet Barsa-Kelmes

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Naturschutzgebiet Barsa-Kelmes

Naturschutzgebiet Barsakelmes

Barsa-Kelmes in der Region Kyzylorda in Kasachstan ist ein Naturschutzgebiet voller Geheimnisse und Legenden. Sein Name, der aus dem Kasachischen übersetzt „wenn du gehst, kommst du nicht zurück“ bedeutet, spiegelt die unheimliche Atmosphäre wider, die dieses Gebiet umgibt. Barsa-Kelmes ist als Teil des UNESCO-Weltnetzes der Biosphärenreservate anerkannt und ist nicht nur aufgrund seiner natürlichen Bedeutung, sondern auch aufgrund seiner extremen Umweltbedingungen einzigartig.

Unter den vielen Naturschutzgebieten Kasachstans sticht Barsa-Kelmes aufgrund der schweren ökologischen Zerstörung hervor, die es erlebt hat. Einst ein blühender Teil des Aralsees, ist diese Region heute ein Symbol einer globalen Umweltkatastrophe. Das fast 51,000 Hektar umfassende Reservat umfasst sowohl den trockengelegten Meeresboden des Aralsees als auch ein 1939 eingerichtetes Naturschutzgebiet mit einer Fläche von 37 Hektar. Was einst eine Insel war, ist heute aufgrund des Rückzugs des Meeres ein ödes Gebiet.

Die Erforschung der Tierwelt von Barsa-Kelmes begann bereits 1848 mit Expeditionen, die sich auf den Aralsee und seine Umgebung konzentrierten. Bis 1900 wurde die Forschung weiter ausgeweitet und in den darauffolgenden Jahren wurden Anstrengungen unternommen, um gefährdete Arten wieder in das Gebiet anzusiedeln.

Heute ist Barsa-Kelmes Heimat von Hunderten Tier- und Vogelarten, von denen viele im Roten Buch der gefährdeten Arten aufgeführt sind. Zu den seltenen Bewohnern zählen die Marmelente, der Krauskopfpelikan, der Schlangenadler, der Seidenreiher, das Schwarzbauchflughuhn, der Steppenadler, der Sakerfalke, die Saiga-Antilope, der Turkmenische Kulan und eine Vielzahl anderer Arten, darunter die Zwergspringmaus und der Ohrenigel. Das Reservat ist außerdem Heimat von 278 Pflanzenarten und damit ein bedeutendes Zentrum der Artenvielfalt.

Die Wissenschaftler des Reservats untersuchen aktiv Prozesse wie Wüstenbildung, Klimawandel und die Entwicklung der Artenvielfalt und liefern wichtige Erkenntnisse darüber, wie sich Ökosysteme an veränderte Umweltbedingungen anpassen.

Neben Barsa-Kelmes umfasst das Reservat noch ein weiteres Gebiet, Kaskakulan, das sich über fast 110 Hektar erstreckt, wobei 68 Hektar als geschützte Kernzone ausgewiesen sind.

Das Reservat erlangte durch Boris Lawrenews Erzählung „Der Einundvierzigste“ große Aufmerksamkeit. Während der Sowjetzeit war das Gebiet häufig Gegenstand von Medienberichten, in denen wilde Geschichten über urzeitliche Flugsaurier, UFO-Sichtungen und sogar Zeitreisephänomene auftauchten. In den 1980er Jahren bereicherte der Schriftsteller Sergei Lukjanenko die Legende mit der Behauptung, in Barsa-Kelmes seien Menschen verschwunden. Obwohl er 2002 zugab, dass dies nur eine Fiktion war, sind einige reale Ereignisse genauso seltsam. 1935 verschwand eine Gruppe von Landvermessern im Reservat, nur um drei Monate später wieder aufzutauchen und zu behaupten, sie seien nur drei Tage weg gewesen. Es gibt auch Berichte über entflohene Gefangene, die, obwohl sie glaubten, sie seien seit zwei Jahren verschwunden, tatsächlich seit mehreren Jahrzehnten vermisst waren.

In der Nähe des Reservats liegt ein „Schiffsfriedhof“, auf dem Schiffe, die einst den Aralsee befuhren, heute verlassen liegen und Szenen aus einem postapokalyptischen Film heraufbeschwören. Besucher sollten beachten, dass die Erkundung des Barsa-Kelmes-Naturreservats ohne Führer aufgrund der rauen und unvorhersehbaren Bedingungen als gefährlich gilt.

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