Das Mausoleum von Khoja Salih, ein architektonisches Denkmal aus dem 19. Jahrhundert, steht im Herzen von Sayram. Einer lokalen Legende zufolge war der Prophet Khidr, der in Sayram geboren wurde, der Sohn von Khoja Salih. In Übereinstimmung mit diesem Glauben kehrt Khidr angeblich jeden Freitag in der Abenddämmerung in die Stadt zurück, um an den Gräbern seines Vaters Khoja Salih und seiner Mutter Bibigiyas Ana die letzte Ehre zu erweisen.
Das Mausoleum liegt nur 300 Meter von der Kreuzung der wichtigsten mittelalterlichen Handelsrouten Sayrams entfernt. Die markante Südfassade des Mausoleums liegt zur Amir-Timur-Straße, die nach Karamurt führt. Der Überlieferung zufolge wurde diese Stätte über der Grabstätte eines örtlichen Scheichs, Khoja Salih, errichtet. Das ursprüngliche Mausoleum, das vermutlich zwischen dem 17. und 18. Jahrhundert errichtet wurde, wurde im Laufe der Zeit mehrfach renoviert. Seine früheste Form ist nicht mehr erhalten. Das Gebäude in seiner heutigen Form stammt wahrscheinlich aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und wurde aus Ziegeln unterschiedlicher Größe errichtet – möglicherweise aus anderen Gebäuden in der Gegend recycelt. Sein Fundament und seine Basis bestehen ebenfalls aus Ziegeln, und die Außenwände sind unverputzt, wodurch eine rustikale Authentizität bewahrt wird.
Ursprünglich hatte das Mausoleum eine doppelte Kuppel: eine flache innere Kuppel und eine äußere konische Kuppel, die von einem kleinen Minarett gekrönt wurde. 1928 wurde der obere Teil jedoch abgebaut, sodass nur die innere Kuppel übrig blieb, die heute eine niedrige, kugelförmige Struktur ist. Eine Wendeltreppe in der südöstlichen Ecke führt zum Dach. Der Grundriss des Mausoleums ist eine einkammerige, quadratische Struktur mit einer fast flachen, kugelförmigen Kuppel. In der Mitte erhebt sich ein kleiner Turm mit einer Kuppel mit einer offenen Öffnung aus dem Dach. Jede Fassade trägt symmetrische Portale mit flachen Spitzbögen, die von einem U-förmigen Rand eingerahmt werden. Dekorative Säulen zierten einst die Ecken der Portale, obwohl ihre geriffelten Schäfte inzwischen verloren gegangen sind.
Im Inneren wird die zentrale Kuppel von vier stabilen Bögen getragen, die auf massiven Säulen ruhen und einen imposanten und doch intimen Raum schaffen. Die Fensteröffnungen sind mit zeitgenössischem Holzgitter ausgestattet, bekannt als Zaun, was einen traditionellen Touch verleiht. Die Wände sind unverputzt, wodurch die Handwerkskunst des Mauerwerks hervorgehoben wird.

Die Kuppel wurde restauriert und hat jetzt eine Metallabdeckung. Jede Fassade ist in eine Himmelsrichtung ausgerichtet und mit Spitzbögen geschmückt. Auf der Westseite befindet sich ein rechteckiger Eingang, während die anderen Bögen niedrige Fenster mit Holzfenstern enthalten. Zaun Gitter, die der Höhe des Eingangs entsprechen. Die Bögen an der West- und Südfassade sind einzigartig in U-Form gestaltet und weisen architektonische Details auf, die auf den anderen beiden Seiten fehlen. Ein Gurke — ein dekoratives Ziegelmuster, das einst die Oberseite der Fassaden säumte und aus hochkant gestellten Ziegeln bestand — ist leider nicht erhalten.
An der Südfassade sind noch schwache Spuren floraler Wandmalereien mit Blumenvasen zu erkennen – ein Beweis für die ursprüngliche künstlerische Verzierung des Mausoleums.
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