
Nur 70 Kilometer von Schymkent entfernt wartet eine seltene und faszinierende Stätte bronzezeitlicher Felskunst darauf, entdeckt zu werden. Massive Steine entlang der Biegung des Flusses Boraldaj zeigen eine beeindruckende Vielfalt alter nomadischer Darstellungen: Jagdszenen, Alltagsleben und Ahnensymbole.
Diese Petroglyphen, die erstmals im frühen 20. Jahrhundert entdeckt wurden, sind in zwei Abschnitte unterteilt – einen in der Nähe des Flussufers und einen weiter oben am Hang. Die ältesten Schnitzereien stammen aus der Bronzezeit, und die Boralday-Petroglyphen sind in vier chronologische Schichten unterteilt:
Bronzezeit (2. Jahrtausend v. Chr.): Bemerkenswert sind die Schnitzereien aus der späten Bronzezeit, die Einblicke in die frühe menschliche Kultur und Glaubensvorstellungen bieten.
Frühe Eisenzeit (1. Jahrtausend v. Chr.): In diese Periode fällt der skythisch-sakische Tierstil, der sich durch komplizierte Ornamente und dekorative Motive auszeichnet.
Türkische Schicht (6.–9. Jahrhundert n. Chr.): Hier sehen wir symbolische Ziegenfiguren und traditionelle Stammes-Tamgas, obwohl die Darstellung in dieser Zeit spärlich und weniger lebendig ist.
Kasachische und Sufi-Zyklen (15.–19. Jahrhundert): Dazu gehören „Sufi“-Themen, die sich auf die Ära der kasachischen Khanate beziehen und den Einfluss des Islam widerspiegeln. Die kasachischen Darstellungen sind für ihren Realismus bemerkenswert. Der Lokalhistoriker Alexei Goncharov beschrieb diese Felszeichnungen anschaulich: „Bergschafe oder Argali, ein Hauptziel für Jäger in der Antike. Als wir weitergingen, sahen wir Bilder von Pferden und Jagdszenen, in denen Menschen mit Bögen kämpften.“
Der genaue Zweck dieser Schnitzereien bleibt spekulativ. Einer Theorie zufolge spielten sie eine Rolle bei magischen Ritualen, die Glück bei der Jagd bringen sollten. Eine andere geht davon aus, dass Schamanen die Bilder nutzten, um in Trancezustände zu gelangen und Kontakt mit den Geistern der Vorfahren aufzunehmen. Manche glauben, dass die Petroglyphen als Warnung für künftige Generationen dienten, vielleicht als Hinweis auf die Gefahr durch bestimmte Tiere oder Stämme, oder als Talismane, um böse Mächte abzuwehren. Doch vieles über die Absicht hinter diesen Schnitzereien bleibt unserer Fantasie überlassen.
Leider wurden viele dieser alten Bilder aufgrund der leichten Zugänglichkeit unkenntlich gemacht und durch moderne Graffiti und Namen ersetzt, die von zeitgenössischen Besuchern eingeritzt wurden. Die Boralday-Petroglyphen sind ein unbezahlbares Stück kasachisches Kulturerbe und verdienen unsere größte Sorgfalt und Erhaltung.
Von Shymkent aus erreicht man Boralday in etwa einer Stunde. Von dort aus führt eine kurze Fahrt in nordöstlicher Richtung – weniger als 10 Kilometer – direkt zu den Petroglyphen.
Geografische Koordinaten der Boralday-Petroglyphen:
N42°51’12.90″ E69°49’54.77″
Besuchen Sie das Kosmodrom Baikonur
Erkunden Sie historische Startrampen
Besichtigen Sie das Weltraummuseum
Sehen Sie ikonische Weltraumartefakte
Erleben Sie Raketenmontageanlagen
Besuchen Sie die Gagarin-Startrampe