Ethnomuseum Kyluet

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Ethnomuseum Kyluet

In Shymkent lebt ein außergewöhnlicher Mann – Kendebay Karabdalov – ein Ethnograph, Kunsthistoriker, Maler und erfahrener Töpfermeister. Anfang der 2000er Jahre wurde er von dem Traum inspiriert, ein ethnographisches Museum zu gründen. Mit Hilfe seiner Brüder verwirklichte Karabdalov seine Vision und innerhalb weniger Monate öffnete das Museum seine Türen. Jedes Detail hier ist von dem engagierten Künstler selbst handgefertigt. Ölgemälde säumen die Wände, während von Karabdalov gefertigte Tonkrüge und Musikinstrumente auf Regalen stehen. Bemerkenswert ist, dass der Schöpfer des Museums auch ein Musiker ist, der jedes ausgestellte Instrument spielt und oft improvisierte Darbietungen für die Gäste gibt.

Kurz nach der Eröffnung des Museums träumte Karabdalov von einer unterirdischen Moschee, einem sogenannten Hilvet, und sah dies als Aufforderung zur Umsetzung. Neun Monate lang grub er mühsam per Hand Räume unter der Erde aus und schuf so einen tiefgründigen Ort der Besinnung. Die Moschee liegt nun sieben Meter unter der Erde, beherbergt vier Räume und erinnert an die traditionellen unterirdischen Moscheen im Süden Kasachstans. Der Überlieferung zufolge verbrachte sogar Khoja Ahmed Yasawi, der verehrte Sufi-Mystiker, seine letzten Jahre in einem solchen Hilvet. Dieses unterirdische Heiligtum bietet einen ruhigen Ort für die Zwiesprache mit dem Göttlichen.

Besucher können einem schmalen Pfad folgen, der steil hinunter zum sieben Meter tiefen Hilvet führt, der für Einsamkeit und Meditation konzipiert ist. Hier, in den stillen Tiefen, kann man sich in friedliche Stille zurückziehen. Karabdalov kommt oft hierher, um seinen Kopf freizubekommen, denn die Temperatur hier bleibt selbst an den heißesten Tagen konstant bei 15 Grad Celsius. Ein weiterer Raum ist in Form einer Jurte gebaut, mit zwölf Öffnungen in der Kuppel, die die Monate des Jahres darstellen, und einer immer brennenden Lampe in einer Wandnische.

Karabdalov fungiert in seinem Museum auch als Führer und vermittelt mit Leidenschaft faszinierende Fakten über die kasachische Geschichte und die traditionellen Künste des Landes. Er ist ein bekannter südkasachischer Töpfer, außerdem Kunstexperte und ethnografischer Designer, der verschiedene Musikinstrumente spielt und malt. Das Museum ist ein Zeugnis seiner Kunstfertigkeit; seine Wände sind mit seinen Gemälden geschmückt und die Regale enthalten eine vielfältige Sammlung von Tontöpfen, von denen einige mit Gedenkbotschaften beschriftet sind.

Zum Museum gehört auch eine Töpferwerkstatt. Während seiner Studienzeit reiste Karabdalov im Rahmen einer archäologischen Expedition in die antike Stadt Otrar, wo er auf historische Töpferöfen und Keramik stieß. Diese Erfahrung inspirierte ihn dazu, die traditionellen Töpfertechniken von Otrar wiederzubeleben, die er bis heute in seiner Werkstatt anwendet.

Anreise

  • Adresse: 41 Inkar Daria-5 Sackgasse, Bezirk Turlan, Schymkent, im nordöstlichen Teil der Stadt gelegen.
  • Mit dem Bus: Nehmen Sie vom Stadtzentrum aus den Bus Nr. 138 und steigen Sie an der Haltestelle „Four-Story Building“ aus.
    Da das Museum ziemlich weit vom Stadtzentrum entfernt ist, wird empfohlen, die Öffnungszeiten vorab telefonisch unter +7(705)1285545 zu bestätigen.
Shymkent

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