Aisha Bibi Mausoleum

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Aisha Bibi Mausoleum

In der Nähe einer der ältesten Städte Kasachstans, Taraz, liegt das ruhige Dorf Aisha Bibi, in dem sich das bezaubernde Aisha-Bibi-Mausoleum befindet. Dieses historische und architektonische Meisterwerk ist zusammen mit dem Mausoleum von Karachan und dem Babadzhi-Chatun-Mausoleum Teil des Museumsreservats „Alte Denkmäler von Taraz“. Der Komplex befindet sich auf dem Gelände der mittelalterlichen Stadt und strahlt zeitlosen Charme und Mystik aus.

Das Mausoleum von Aisha Bibi stammt aus dem 11. und 12. Jahrhundert n. Chr. und ist neun Jahrhunderte alt. Es gibt jedoch keine historischen Aufzeichnungen, die Einzelheiten über seinen Bau, seinen Architekten oder seinen Planer enthalten. Um dieses Mausoleum rankt sich jedoch eine legendäre Geschichte aus den Steppen, die eine Geschichte von Liebe und Verlust erzählt. Sie erzählt von einer jungen Frau, Aisha Bibi, die sich aufmachte, mit ihrem geliebten Karakhan durchzubrennen und sich dabei den gesellschaftlichen Normen widersetzte, die sie trennten. Aisha war die Tochter eines Gelehrten und er ein mächtiger Herrscher von Taraz. Doch das Schicksal hatte andere Pläne: Ein giftiger Schlangenbiss nahm Aishas Leben, bevor sie ihn erreichen konnte. Von Trauer geplagt, gab Karakhan ein großes Mausoleum in Auftrag, um ihr Andenken zu ehren. Den Rest seines Lebens kümmerte er sich um das Mausoleum und bat darum, dass er nach seinem eigenen Tod in Sichtweite von Aishas letzter Ruhestätte begraben werde, um ihre Seelen für die Ewigkeit zu verbinden.

Diese ergreifende Legende hat weitergelebt und ist zu einem untrennbaren Teil der lokalen Überlieferung geworden. Verschiedene dramatische Versionen erobern die Herzen aller, die sie hören. Dem lokalen Glauben zufolge werden Paare, die an ihrem Hochzeitstag das Mausoleum von Aisha Bibi besuchen, eine starke und unzerbrechliche Verbindung erleben. Es ist kein Wunder, dass Frischvermählte aus Taraz und den Nachbarstädten es zu einer Tradition machen, diese historische Stätte zu besuchen, als würden sie die Liebesgeschichte von Aisha und Karakhan über Jahrhunderte hinweg fortsetzen.

1893 wurde das Mausoleum zum ersten Mal vom berühmten Archäologen Wassili Bartold dokumentiert, dem Wassili Kallaur vier Jahre später folgte. 1938–1939 führte die kasachische Abteilung der Sowjetischen Akademie der Wissenschaften eine Expedition hierher durch, 15 Jahre später folgte eine weitere von der Kasachischen Akademie der Wissenschaften. Bei den von Forschern wie Patsevich 1953 und Zyabko 1962 geleiteten Ausgrabungen wurde festgestellt, dass die Ziegel und dekorativen Details während des Baus vor Ort angefertigt wurden. Um dieses fragile Relikt zu schützen, wurde 1960 eine spezielle Glaskuppel errichtet. Im Laufe der Jahre erlangte die Stätte nicht nur als historisches Relikt, sondern auch als lehrreiche Attraktion Aufmerksamkeit. 2002 wurde der Architekt Nishan Rameto, der für sein profundes Wissen über die kasachische Geschichte, Kultur und Architektur bekannt ist, beauftragt, die Umgebung des Mausoleums zu verschönern. Durch seine umfangreichen Restaurierungsarbeiten von 2002 bis 2005 erstrahlte das Mausoleum wieder in seiner ursprünglichen Pracht und wurde zu einem Mittelpunkt des Parks, der heute die Gegend schmückt.

Architektur

Das Mausoleum von Aisha Bibi steht auf einem kubischen Fundament, dessen Seitenlänge 7.6 Meter misst. Jede Ecke wird von starken Dreiviertelsäulen verankert, während die Außenseite Nischen, Spitzbögen und aufwendige Terrakottafliesen mit 60 verschiedenen Mustern aufweist. Die gesamte Struktur ist von verschiedenen Gewölben und kleinen Säulen umgeben, die dem Design Eleganz verleihen. Die etwa 80 Zentimeter dicken Wände bestehen aus drei Schichten: gebrannten Ziegeln im Inneren, dekorativ geschnitzten Platten an der Außenseite und einer mittleren Schicht aus Tonfliesenfragmenten zur Verstärkung. Holzbalken verlaufen entlang des Umfangs, um die Wände zu verstärken.

Die Ostfassade beherbergt den Eingang zum Mausoleum und in der Mitte liegt Aishas Grab, etwa 3 mal 1.5 Meter groß. Die Außenfliesen des Gebäudes sind mit komplizierten Mustern verziert, die von alten kasachischen Stämmen inspiriert sind und die Essenz weiblicher Anmut und Eleganz einfangen. Geometrische Formen verflechten sich mit zoomorphen und solaren Motiven und sind von den Traditionen der Andronovo- und Saka-Kulturen inspiriert. Die Designs umfassen „Koshkar Muyiz“ (Widderhörner), sechszackige Sterne und pflanzliche Muster.

Halbsäulen säumen die Seiten des Mausoleums und verjüngen sich nach oben, sodass sie an Vasen erinnern. Große Ecksäulen sind mit floralen Mustern verziert, die in zarten Spiralen münden. Auf der 18. Ziegelreihe, etwa 3.5 Meter hoch, steht eine arabische Inschrift: „Herbst … Wolken … Die Erde ist schön …“

Von der ursprünglichen Erbauung des Mausoleums ist nur noch die nach Westen gerichtete Mauer intakt, während Fragmente der anderen Mauern Anfang der 2000er Jahre freigelegt und restauriert wurden.

Besuch des Aisha Bibi Mausoleums

Das Aisha-Bibi-Mausoleum befindet sich im Dorf Aisha Bibi, etwa 20 Kilometer von Taraz entfernt, in der Nähe des Babadzhi-Mausoleums. Es ist ein geschichtsträchtiger und kulturell bedeutsamer Ort und bietet einen einzigartigen Einblick in das architektonische und spirituelle Erbe des alten Taraz.

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