
Vor Tausenden von Jahren entstand eine große Kluft zwischen Nomaden und Bauern, und die Kirgisen entschieden sich für einen nomadischen Lebensstil. Sie zogen mit ihren Herden umher und zogen im Sommer zwischen Bergweiden und im Winter in tiefer gelegene Täler. Diese Lebensweise ist tief in der Kultur der Kirgisen verwurzelt und beeinflusst alles, von ihrem Alltag bis hin zu ihrer Unterhaltung. Während verschiedene Ethnofestivals einen Einblick in dieses reiche Erbe bieten, ist die Teilnahme an den World Nomad Games die beste Möglichkeit, wirklich in die kirgisische Kultur einzutauchen.
Die World Nomad Games wurden 2014 zum ersten Mal abgehalten und finden alle zwei Jahre statt. Sie ziehen Sportler, Künstler, Kunsthandwerker und Zuschauer aus der ganzen Welt an. Bei früheren Ausgaben waren Teilnehmer aus nahezu allen Kontinenten (außer der Antarktis) dabei. Länder wie Kasachstan, Usbekistan, die Mongolei, China, Russland, die Türkei und die Vereinigten Staaten schickten Delegationen. Die Veranstaltung präsentiert alte Sportarten und Wettbewerbe, die seit Jahrhunderten Teil des Nomadenlebens sind, darunter Pferderennen, traditionelle Spiele, Jagdvorführungen und Ringen.
Bei den World Nomad Games werden ethnische Sportarten gefeiert, die in den Volkstraditionen der historisch nomadischen Völker Zentralasiens verwurzelt sind. Die Spiele wurden von der UNESCO als immaterielles Kulturerbe anerkannt und fanden erstmals 2014, 2016 und 2018 in Kirgisistan am Issyk-Kul-See in der Stadt Cholpon-Ata statt. Die Spiele 2022 fanden in Iznik in der Türkei statt, während die Spiele 2024 in Astana in Kasachstan abgehalten wurden. Im Jahr 2026 werden die Spiele nach Kirgisistan zurückkehren.
Ringen ist eine der beliebtesten Veranstaltungen, bei der die Athleten in traditionellen zentralasiatischen Ringstilen gegeneinander antreten. mas-ringen, bei dem die Teilnehmer darum kämpfen, einander einen Stock aus der Hand zu entreißen. Intellektuelle Wettbewerbe, wie das alte Brettspiel Mangalafordern die Teilnehmer zum strategischen Denken heraus und simulieren Taktiken gegen potenzielle Feinde. Jagdspiele mit Greifvögeln und Hunden testen die Beweglichkeit und Geschwindigkeit der Tiere bei der Jagd nach Lockvögeln.
Das Highlight der Nomad Games ist jedoch der Pferdesport. er enish, Reiter ringen auf dem Pferd, während in schaltungversuchen Reiterteams, ihre Gegner mit stumpfen Speeren zu treffen. Die beliebteste Disziplin ist kok boru, ein rasantes und spannendes Spiel, bei dem Reiterteams um die Kontrolle über eine tote Ziege oder ein totes Schaf kämpfen. Ziel ist es, Punkte zu erzielen, indem man den Kadaver in ein Tor befördert. Dieser dramatische Sport zieht oft Tausende von Zuschauern an, wobei Teams aus Zentralasien den Wettbewerb dominieren. 2016 wurde ein Team amerikanischer Cowboys zum Liebling der Fans und verlieh den Spielen eine spannende internationale Note.
Über den Sport hinaus bieten die Nomad Games ein reichhaltiges kulturelles Erlebnis. In der Kyrchyn-Schlucht wird ein Jurtendorf mit Hunderten von Jurten aus allen Regionen Kirgisistans zum Mittelpunkt der Festlichkeiten. Besucher können Darbietungen von traditioneller Improvisationsmusik bis hin zu spannenden Pferdestunts genießen. Es finden auch kulturelle Wettbewerbe statt, beispielsweise wer die besten traditionellen Gerichte kochen oder am schnellsten eine Jurte aufbauen kann. Die Jurtendörfer stehen allen Gästen offen und bieten die perfekte Gelegenheit, die kirgisische Gastfreundschaft kennenzulernen, die lokale Küche zu probieren und authentisches Kunsthandwerk von Meisterhandwerkern zu kaufen.
Die World Nomad Games sind mehr als nur ein Sportereignis – sie sind eine Feier der zentralasiatischen Kultur und Traditionen. Für Reisende, die ein unvergessliches Erlebnis suchen, bietet dieses Festival eine seltene Gelegenheit, Teil einer einzigartigen Atmosphäre zu sein, die es so nirgendwo sonst auf der Welt gibt. Es ist ein Höhepunkt jeder Reise und ein Fenster in die Seele des Nomadenlebens.
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