
Chatyr-Kul, auf Kirgisisch „Himmlischer See“, ist ein ruhiger Alpensee, der für die Art und Weise bekannt ist, wie sich der Himmel auf seiner Oberfläche spiegelt und ein beeindruckendes Farbenspiel erzeugt. Der See liegt in der Region Naryn in der Nähe des Torugart-Passes, der nach China führt, eingebettet zwischen den Gebirgsketten Torugart-Too und At-Bashi. Mit einer beeindruckenden Höhe von 3,500 Metern ist Chatyr-Kul der höchstgelegene See im Tian Shan-Gebirge und nach Issyk-Kul und Son-Kul der drittgrößte in Kirgisistan. Der See erstreckt sich über eine Fläche von 160 Quadratkilometern, erreicht eine Tiefe von 16.5 Metern und wird von etwa 17 Flüssen gespeist, von denen jedoch nur einer das ganze Jahr über durchgehend Wasser führt.
Die Lage von Chatyr-Kul ist durch ein extremes Klima gekennzeichnet. Die Jahresdurchschnittstemperatur beträgt frostige -5 °C, im Winter sinken die Temperaturen auf bis zu -50 °C. In den Wintermonaten gefriert der See vollständig, von der Oberfläche bis zum Grund. Im Sommer hingegen können die Temperaturen auf +24 °C steigen, aber selbst dann erwärmt sich das Wasser nie über +10 °C und ist daher zum Schwimmen ungeeignet. Trotz der rauen Bedingungen wird der See für seine atemberaubende Schönheit verehrt und zieht Besucher an, die seine malerischen, unberührten Landschaften aufsuchen.
Der See ist Teil des staatlichen Naturschutzgebietes Karatal-Zhapyryk, das international für seine ökologische Bedeutung, insbesondere als Feuchtgebiet, bekannt ist. Tausende von Zugvögeln ziehen durch dieses Gebiet, was es zu einem wichtigen Zwischenstopp macht. Interessanterweise gibt es in den Gewässern von Chatyr-Kul trotz seiner Größe und ökologischen Bedeutung überhaupt keine Fische.
Obwohl es rund um den See keine Bäume gibt, ist die Umgebung reich an Pflanzen und vielen Kräutern, die für ihre Heilwirkung bekannt sind. In der Nähe gibt es auch natürliche heiße Quellen, die diejenigen anziehen, die nach einer eher therapeutischen Erfahrung suchen.
Aufgrund der Nähe zu China ist für den Zugang zu Chatyr-Kul eine Sondergenehmigung der Grenzbehörden erforderlich. Das Gebiet ist auch Heimat bedrohter Wildtiere, darunter Schneeleoparden, Murmeltiere und Bergziegen, die alle im Roten Datenbuch aufgeführt sind. Das Reservat ist ein Ort für laufende wissenschaftliche Forschungen, die sich auf diese seltenen Arten, die Vogelwelt der Feuchtgebiete und die medizinischen Eigenschaften der lokalen Flora konzentrieren.
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