
Khan Tengri liegt östlich des Issyk-Kul-Sees nahe der Grenze zu Kasachstan und China und ist einer der markantesten Gipfel Zentralasiens. Obwohl seine offizielle Höhe 6,995 Meter beträgt, ist er aufgrund der Gletscherkappe 22,949 Meter hoch. Damit ist er einer der fünf Gipfel in der Region, die höher als 7,010 Meter sind und mit dem prestigeträchtigen Schneeleoparden-Preis ausgezeichnet wurden. Der Marmorgipfel, der in Kasachstan als „Kantau“ oder „Blutberg“ bekannt ist, leuchtet bei Sonnenuntergang rot und trägt damit seinen ominösen Namen. An seiner Basis liegt der Inylchek-Gletscher, neben ihm der schwer fassbare Merzbacher See, der regelmäßig verschwindet.
Historisch wurde Khan Tengri oft mit dem Pobeda-Gipfel verwechselt, wobei verschiedene Gruppen den Namen Khan Tengri zu verschiedenen Zeiten beiden Bergen zuschrieben. Pjotr Semjonow, der erste Europäer, der den Gipfel während einer Expedition im Jahr 1857 sah, identifizierte ihn fälschlicherweise als den Pobeda-Gipfel. Die erste erfolgreiche Besteigung des Khan Tengri gelang 1931 einem ukrainischen Team über die Südroute, die 33 Jahre lang der einzige Weg zum Gipfel blieb. 1964 wurde eine Nordroute von Kasachstan aus eingerichtet, und heute führen neun Routen zum Gipfel.
Wer den Gipfel erreicht, wird mit einer einzigartigen Tradition konfrontiert: Auf dem Gipfel wird eine Kapsel mit Botschaften früherer Bergsteiger vergraben. Jeder erfolgreiche Bergsteiger gräbt sie aus, fügt mit Bleistift eine neue Botschaft hinzu (da Kugelschreiber in solchen Höhen nicht funktionieren) und vergräbt sie dann wieder für den nächsten Abenteurer. Trotz der Gefahren und der Tatsache, dass im Laufe der Jahre zahlreiche Bergsteiger ihr Leben verloren haben, zieht der Khan Tengri weiterhin Bergsteiger aus aller Welt an. Seine atemberaubende Pyramidenform macht ihn zu einem beliebten Ziel für Fotografen. Obwohl der Berg heute leichter zugänglich ist und über etablierte Routen und Basislager verfügt, benötigen Bergsteiger aufgrund seiner sensiblen Lage immer noch spezielle Grenzgenehmigungen – ein Überbleibsel aus der Sowjetzeit, als Ausländern der Zugang zum Khan Tengri bis 1989 verwehrt war.
Wanderung zum Tulpar-Kol-See
Exkursion zur Zwiebelwiese
Besteigung des Petrowski-Gipfels
Trekking zum Travellers‘ Pass
Sterne beobachten im Camp
Eintauchen in die Kultur der Einheimischen