Der „Steinwald“ und Dinosaurierfunde in der Kyzylkum-Wüste

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JARAKUDUK TRACT

Der „Steinwald“ und Dinosaurierfunde in der Kyzylkum-Wüste

Der außergewöhnliche Jarakuduk-Traktat – dessen Name übersetzt werden kann als „Brunnen an der Klippe“ — liegt im westlichen Teil der Mingbulak-Salzsenke, dem tiefsten Punkt Usbekistans mit 12.8 Metern unter dem Meeresspiegel. Verborgen im Herzen der riesigen Kyzylkum-Wüste, war diese surreale Landschaft vor Millionen von Jahren Teil des Ur-Tethys-Ozeans.

Die Klippen und Schluchten von Jarakuduk sind ein geologisches Wunder, bestehend aus komplexen, geschichteten Formationen. Während der Kreidezeit wechselte dieses Gebiet wiederholt zwischen marinen und kontinentalen Ablagerungen und schuf so einen spektakulären natürlichen „Schichtkuchen“ aus Sedimenten. Diese Ablagerungen enthalten eine der reichsten Sammlungen fossiler Flora und Fauna in ganz Eurasien – in der Wissenschaft bekannt als die Jarakuduk-Kultur. Bisect SuiteDas Alter dieser Ablagerungen erstreckt sich über erstaunliche neun Millionen Jahre.

Im Rahmen zahlreicher wissenschaftlicher Expeditionen haben Paläontologen eine Fülle fossiler Meerestiere und Fragmente urzeitlicher Wirbeltierskelette entdeckt. Zu den Funden zählen Zähne von Süßwasser- und Brackwasserhaien, riesige Schuppen von Knochenfischen, Schildkrötenpanzerplatten, Krokodilzähne und -wirbel, Schädelfragmente von Eidechsen, Überreste gigantischer Dinosaurier, fossilisierte Vogelwirbel sowie Spuren urzeitlicher Säugetiere und Amphibien.
Experten sind sich einig, dass nur wenige Orte auf der Erde mit Jarakuduk hinsichtlich der Vielfalt und Dichte an Wirbeltierfossilien mithalten können. Die Fundstätte birgt weiterhin enormes wissenschaftliches Potenzial, da Forscher vermuten, dass unter ihrem Sand noch immer völlig neue, der Wissenschaft bisher unbekannte Arten verborgen liegen könnten.

Doch Jarakuduks Ruhm reicht weit über seine Fossilien hinaus. Die Gegend beherbergt eine erstaunliche paläontologische Formation, die als … bekannt ist. „Steinwald.“ Dieses einzigartige Phänomen besteht aus zahlreichen senkrechten, eisenverkrusteten Baumstämmen, die wie in der Zeit eingefroren scheinen. In denselben Paläobodenschichten haben Wissenschaftler unzählige versteinerte Abdrücke von Blättern gefunden – vermutlich von uralten Platanen. Ähnliche „Steinwälder“ existieren nur an wenigen Orten der Erde, beispielsweise in Bulgarien und Chile.

Die Ursprünge dieser fantastischen Formationen sind weiterhin Gegenstand von Debatten. Einer alternativen Theorie zufolge handelt es sich nicht um versteinerte Bäume, sondern um „Steinpfeifen“ – durch extreme Hitze verschmolzene Sandsäulen, die bis zu vier Meter hoch aufragen und den Pfeifen einer großen Orgel ähneln.

Viele der in Jarakuduk ausgegrabenen seltenen Exemplare sind bereits zu wertvollen Ausstellungsstücken in bedeutenden Museen in ganz Usbekistan geworden, darunter im Staatlichen Geologischen Museum, im Regionalen Museum für Geschichte und Lokalgeschichte Navoi sowie in den historischen Museen Zarafshan und Kyzylkum.

Eine Reise durch die Kyzylkum-Wüste ist ein aufregendes, aber gefährliches Abenteuer, das Vorbereitung und Vorsicht erfordert. In dieser Welt ohne Straßen – nur mit Wegweisern – kann man sich leicht verirren. Die unendliche Weite, der Treibsand und die unerbittliche Sonne machen Alleinreisen extrem gefährlich. Aus Sicherheitsgründen sollten Expeditionen nur mit erfahrenen Führern und geeigneten Wüstentransportmitteln unternommen werden.

Trotz seiner abgelegenen Lage wurde das Gebiet des „Steinwaldes“ kürzlich eingezäunt und mit einem Spazierweg, Bänken und Laternen ausgestattet. Die einst hier stehenden, vier Meter hohen Säulen sind natürlich längst verschwunden – jahrzehntelanger unkontrollierter Zugang hat seine Spuren hinterlassen. Dennoch bleibt es ein faszinierender Ort, an dem man sich hundert Millionen Jahre in die Vergangenheit zurückversetzt fühlt, inmitten urzeitlicher Flora und Fauna – und dann die Zeitreise unternimmt, um sich vorzustellen, wie sich dieses geheimnisvolle Land seither verändert hat.

Geografische Koordinaten: N42°06’45 E62°40’44