
Aschgabat, oft auch „Stadt der Liebe“ genannt, ist eine einzigartige Metropole, deren Name sich von den turkmenischen Wörtern „yşk“ ableitet, was „Liebe“, „Sorge“ und „Verlangen“ bedeutet, und „abad“, was „wohlhabend“ oder „bewohnt“ bedeutet. Dieser Name spiegelt den Charme und die Bedeutung der Stadt in Turkmenistan wider.
Ashgabat steht auf dem historischen Gelände von Konjikala, einer antiken Stadt, die im 2. Jahrhundert v. Chr. gegründet wurde. Konjikala liegt strategisch günstig an der Großen Seidenstraße und spielte eine entscheidende Rolle im Handel und kulturellen Austausch der Region. Obwohl die Stadt durch ein schweres Erdbeben schwer beschädigt wurde, wurde sie wieder aufgebaut und blühte bis zum 13. Jahrhundert, als sie schließlich durch mongolische Invasionen zerstört wurde.
Neben der historischen Bedeutung von Konjikala ist es wichtig zu erwähnen, dass nur 15 Kilometer westlich des modernen Ashgabat die Ruinen der antiken Stadt Nisa liegen. Nisa wurde im 3. Jahrhundert v. Chr. gegründet und war einst die Hauptstadt des Partherreichs.
Die moderne Geschichte von Ashgabat begann im 18. und 19. Jahrhundert, in einer Zeit, in der politische Instabilität und wirtschaftlicher Niedergang in Südturkmenistan zur Entstehung kleiner Städte und Siedlungen führten. Dazu gehörten Abiverd, Anau, Nisa, Dursun und Kyzyl-Arvat (heute Serdar), wobei Ashgabat eine dieser neu entstehenden Siedlungen war. Historische Aufzeichnungen aus dem 19. Jahrhundert sind spärlich, aber die ersten Erwähnungen von Ashgabat stammen aus dem Jahr 1811. Ein Dokument des russischen Außenministeriums aus dem Jahr 1850 listet 43 Achal-Festungen auf, darunter Ishkabad, wie es damals hieß.
1871 stellte der Reisende II. Stebnizki fest, dass die Stadt, die damals Askhaba hieß, Handel mit Chiwa und Parthien trieb. Ihre Einwohner waren in der Viehzucht und im Gartenbau tätig. Stebnizki schätzte, dass die Stadt etwa 4,000 Häuser hatte, was auf eine Bevölkerung von etwa 16,000 bis 20,000 Menschen schließen lässt.
Ashgabat ist strategisch günstig gelegen und bietet einen atemberaubenden Blick auf das Kopetdag-Gebirge im Süden und die ausgedehnte Karakum-Wüste im Norden. Diese Lage verleiht Ashgabat den Charakter einer künstlichen Oase zwischen Sand und Vorgebirge, wo sich die Stadtentwicklung harmonisch in die natürliche Landschaft einfügt.
Die moderne Entwicklung der Stadt begann ernsthaft im Jahr 1881, als sie als strategischer Außenposten für russische Truppen ausgewählt wurde. Der Bau einer Festung auf einem 12 Meter hohen Hügel markierte den Beginn der Umgestaltung der Stadt. Die ursprünglichen Festungsmauern wurden durch einen Erdwall ersetzt und ein Graben mit Brücken hinzugefügt. Bis 1883 war die Festung, die heute in russischer Transkription Askhabad heißt, weitgehend fertiggestellt.
In den 1880er Jahren erlebte Aschgabat einen Aufschwung, da sich das politische Klima in der transkaspischen Region stabilisierte und Russland seine Grenzen zum Norden des Iran wirksam schützte. Die Bevölkerung und Bedeutung der Stadt wuchsen rasch und sie übertraf in ihrer frühen Wachstumsphase sogar Taschkent. Aschgabat diente als wichtige Karawanenroute zwischen Chiwa und Persien. Der Bau einer Radstraße über das Kopetdag-Gebirge im Jahr 1882 kurbelte den Handel zwischen dem Iran und Russland an und führte zu einem Aufblühen der armenischen und persischen Gemeinden in der Stadt.
1885 wurde Aschgabat durch eine Eisenbahnlinie mit dem gesamten Russischen Reich verbunden, was seine Rolle als Transitknotenpunkt stärkte. Die Verbindung der Stadt nach Chorasan im Iran wurde gestärkt, und 1905 erhielt Aschgabat eine zweite Eisenbahnverbindung über Taschkent, was seine Bedeutung als Transitzentrum weiter festigte.
Im Jahr 1915 gab es in Aschgabat 68 spezialisierte Institutionen, darunter ein Eisenbahndepot, Druckereien, ein Elektrizitätswerk und zahlreiche Fabriken. In der Stadt befanden sich Filialen großer Banken, darunter die Staatsbank Russlands, die Persische Finanzbank, die Russisch-Asiatische Bank und die französische Société Générale.
Die Entwicklung der Stadt trat mit der Gründung der Turkmenischen Sozialistischen Sowjetrepublik im Jahr 1924 und ihrer Eingliederung in die Sowjetunion in eine neue Phase ein. Im Februar 1925 wurde Poltoratsk (ehemals Askhabad) zur Hauptstadt der Republik ernannt. Am 7. April 1927 wurde die Stadt in Aschgabat umbenannt.
Am 6. Oktober 1948 um 1:17 Uhr erschütterte ein verheerendes Erdbeben Aschgabat mit der Stärke 9-10 auf der Richterskala. Die Stadt wurde fast vollständig zerstört, was umfangreiche Wiederaufbauarbeiten erforderlich machte.
In den letzten Jahrzehnten hat Ashgabat als Zentrum wirtschaftlicher, wissenschaftlicher, pädagogischer und kultureller Bedeutung zugenommen. Der Ausbau einer Transitbahn und einer Autobahn sowie der Bau eines Flughafens haben die Stadt zu einem wichtigen Verkehrsknotenpunkt gemacht. Flugverbindungen verbinden Ashgabat heute mit anderen Hauptstädten, großen russischen Städten und entfernteren Orten.
1951 wurde der turkmenische Zweig der Akademie der Wissenschaften der UdSSR zur nationalen Akademie der Wissenschaften, was das Ansehen der Stadt steigerte. Außerdem wurden die Turkmenische Staatsuniversität und verschiedene spezialisierte Hochschulen gegründet.
Seit der Unabhängigkeit Turkmenistans hat sich Aschgabat rasant entwickelt. Es entstanden bemerkenswerte Gebäude, die durch ihre Eleganz hervorstechen. Die jüngsten architektonischen Veränderungen der Stadt faszinieren weiterhin sowohl Einwohner als auch Besucher und tragen zu ihrem Reiz als dynamische Hauptstadt bei.
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