Dechistan

Reise nach Dekhistan, Usbekistan

Dechistan

Dieser Ort wird oft als „Marsebene“ bezeichnet. Einst eine blühende Oase, umgeben von Flüssen und üppigen Gärten, hat sich Dehistan im Laufe der Jahrhunderte in eine trostlose Wüste verwandelt. Die einst lebendigen Gewässer trockneten aus und zwangen die Bewohner, ihre Siedlungen zu verlassen und anderswo nach fruchtbarerem Land zu suchen. Was heute noch übrig ist, sind die Ruinen von Akga-Kala und Shadur-Kala, die in starkem Kontrast zu der leblosen Ebene stehen, die sie heute umgibt.

Dehistan liegt im Westen Turkmenistans nahe dem Kaspischen Meer im Misrian-Tal, einer der ungewöhnlichsten und faszinierendsten Regionen des Landes. Aufgrund des unfruchtbaren Bodens in der Gegend wurde nur wenig gebaut, sodass viele historische Monumente über die Jahrhunderte erhalten blieben.

Dehistan ist bekannt für seine beeindruckenden alten Türme und Monumente aus dem 10. bis 12. Jahrhundert, darunter eine der ältesten Moscheen aus der frühen islamischen Zeit, die auf der alten Grabstätte Mashat steht. Isoliert und abgelegen war Dehistan einst eine blühende mittelalterliche Stadt, die strategisch günstig an den Karawanenrouten zwischen Khorezm und dem persischen Hyrkanien lag.

Im 8. bis 14. Jahrhundert war Dehistan, auch Misrian (oder Misr/Messorian) genannt, die bedeutendste mittelalterliche Oase im Südwesten Turkmenistans. Ihren Höhepunkt erreichte die Stadt unter der Herrschaft der Khorezmshah-Dynastie. Die zahlreichen, über die Landschaft verstreuten Ruinen sind stumme Zeugen ihrer früheren Größe. Die Stadt war in ein befestigtes „Shakhristan“ (die Altstadt) mit einer Zitadelle und ein „Rabat“ (Wohn- und Geschäftsviertel) unterteilt. Heute sind nur noch wenige wichtige Bauwerke erhalten, darunter das berühmte Shir-Kabir-Mausoleum aus dem 11. bis 12. Jahrhundert, zwei hoch aufragende 25 Meter hohe Minarette, das Portal einer großen Moschee, Reste von Lehmstadtmauern sowie Ruinen von Karawansereien und Mausoleen in der Nekropole Mashat.

Die Karawansereien außerhalb der Festungsanlagen zeigen die Lage der Stadttore und die Routen der Karawanenrouten, die Dehistan einst mit fernen Ländern verbanden. Obwohl die Stadt im Laufe der Zeit stark verfallen ist und die meisten ihrer Gebäude heute unter Wüstensand begraben sind, besitzt Dehistan einen immensen historischen und kulturellen Wert. Es heißt, der große persische Dichter Firdausi habe hier Teile seines berühmten Epos „Schahname“ verfasst, was den Platz der Stadt in den Annalen der Geschichte weiter festigte.

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