
Kunya-Urgench, auch bekannt als Keneurgench, ist eine geschichtsträchtige Stadt, deren Ursprünge bis ins 3. bis 1. Jahrhundert v. Chr. zurückreichen. Hinweise auf diese antike Stadt finden sich sogar in Avesta, der heilige Text des Zoroastrismus, wo es als Urva oder Urga bezeichnet wird. Kunya-Urgench lag strategisch günstig an der Route der Großen Seidenstraße und war den Chinesen als Yue-gan bekannt, obwohl es innerhalb der Grenzen des Staates Khorezm lag. Im 8. Jahrhundert fiel die Stadt an die arabischen Eroberer, die sie in Gurganj umbenannten. In dieser Zeit wählte der Herrscher von Khorezm Gurganj zu seiner königlichen Residenz, was eine Bevölkerungsverschiebung auslöste, die die Stadt bald zur zweitwichtigsten in der Region machte, nur übertroffen von Buchara.
Das frühe Mittelalter war für Gurganj eine Zeit des kulturellen Wohlstands. Als wichtiger Knotenpunkt an der Kreuzung wichtiger Handelsrouten florierte die Stadt als geschäftiger Marktplatz. Sie wurde auch zu einem intellektuellen Zentrum und zog berühmte Gelehrte wie Abu Ali ibn Sina (Avicenna) und Abu Rayhan Beruni an, die an der berühmten Mamun-Akademie arbeiteten. Hier begann Ibn Sina seine monumentalen Werke zu schreiben, Der Kanon der Medizin , The Book of Healing.
Im Laufe seiner Geschichte wurde Gurganj von verschiedenen Mächten begehrt. Es wurde von den Mamuniden und den Anushteginiden regiert, bevor es 1221 an den großen Eroberer Dschingis Khan fiel. Dschingis Khans Invasion hinterließ Gurganj in Trümmern, seine Pracht zerstört. Im 14. Jahrhundert geriet die Stadt unter die Kontrolle des usbekischen Khans, eines Sultans der Goldenen Horde. Der Reisende und Kaufmann Ibn Batuta, der die Stadt zu dieser Zeit besuchte, beschrieb Gurganj als die größte der türkischen Städte.
Das Schicksal der Stadt nahm jedoch 1388 eine weitere tragische Wendung, als Tamerlan einfiel. Sein Feldzug gegen Gurganj war unerbittlich und nach mehreren Monaten erbitterter Kämpfe war die Stadt fast ausgelöscht. Die Zerstörung war so schlimm, dass die meisten Einwohner sie verließen und Gurganj, einst eine blühende Metropole, begann seinen langen Abstieg in die Bedeutungslosigkeit.
Erst 1831 begannen die Menschen in das Gebiet zurückzukehren, angetrieben durch den Bau des Khan-Yab-Wasserwerks. 1924 wurde Kunya-Urgench in eine sowjetische Siedlung umgewandelt und Teil der Turkmenischen SSR. Das Dorf wurde 1992 in Keneurgench umbenannt und 1999 erhielt es schließlich den Status einer Stadt, was ein neues Kapitel in der langen und geschichtsträchtigen Geschichte dieser alten Stadt markierte.
Die historischen Schätze von Kunya-Urgench konzentrieren sich vor allem in der Altstadt, die stolz zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt wurde. Diese alte Stadt war einst ein wichtiger Zwischenstopp auf der Großen Seidenstraße, und noch heute zeugen mehrere bemerkenswerte Bauwerke aus dem 11. bis 16. Jahrhundert von ihrer reichen Vergangenheit.
Eines der markantesten Wahrzeichen ist das im 14. Jahrhundert erbaute Kutlug-Timur-Minarett. Es ist für seine Höhe bekannt, die je nach Quelle zwischen 60 und 62 Metern liegt. Es ist das höchste Minarett in Zentralasien. Das Kutlug-Timur-Minarett war ursprünglich Teil einer großen Moschee, die inzwischen verloren gegangen ist, und ist nach wie vor ein markantes Symbol der historischen Pracht der Stadt.
Eine weitere bedeutende Stätte ist das Mausoleum aus dem 14. Jahrhundert, in dem die Überreste von Tjurabek Khan, der Tochter des usbekischen Khans, ruhen. Dieses Mausoleum ist bemerkenswert für seine exquisite Kuppel, die mit einem einzigartigen Mosaik mit komplizierten Blumen- und Sternmustern geschmückt ist. Diese besondere Verzierung gilt in ihrer Gestaltung und künstlerischen Ausführung als beispiellos.
Die Festung Kyrk-molla ist das älteste Denkmal in Kunya-Urgench und stammt aus dem 3. bis 2. Jahrhundert v. Chr. Diese Festung, die ursprünglich unter einem anderen Namen bekannt war, wurde im 13. Jahrhundert von einem Stadtherrscher umfunktioniert, der sie als Gelehrtenpalast für 40,000 Mullahs oder Gelehrte konzipierte.
Darüber hinaus sollten Besucher von Kunya-Urgench die mittelalterlichen Überreste von Ak-kala, das Minarett von Mamun aus dem 10.-11. Jahrhundert und das im 12. Jahrhundert erbaute Mausoleum von Khorezmshah Il-Arslan erkunden. Diese und andere Stätten in der Stadt bieten ein reiches Spektrum architektonischer Geschichte.
Angesichts der relativ geringen Zahl historischer Stätten, die die Jahrhunderte überdauert haben, ist jede einzelne davon ein wertvolles Fenster in die Vergangenheit und daher eine gründliche Erkundung wert.
Reise durch die Ruinen von Kunya-Urgench
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