
Heute reisen wir in den äußersten Südosten Turkmenistans, in die Koytendag-Berge, um einen der berühmtesten und am meisten verehrten Orte der Turkmenen zu besuchen – „Kyrk Gyz“, was aus dem Turkmenischen übersetzt „Vierzig Mädchen“ bedeutet. Der Legende nach versteckten sich junge turkmenische Mädchen lange Zeit in einer der Grotten dieser Schlucht, auf der Flucht vor ausländischen Invasoren, die in ihr Heimatland eingedrungen waren.
„Kyrk Gyz“ könnte man zusammen mit der wunderschönen Umbar-Depe-Schlucht und dem einzigartigen Plateau mit Dinosaurierspuren in den „Goldenen Ring“ des Bergdorfes Khojapil einordnen. Mit etwas Mühe ist es möglich, all diese Sehenswürdigkeiten an einem einzigen Tag zu besichtigen.
Der „Forty Girls“-Canyon selbst unterscheidet sich nicht wesentlich von den benachbarten Canyons, die die Koytendag-Bergkette durchschneiden. Die vertikalen Wände der Felsen weisen jedoch viele tiefe Nischen auf, die durch Karstprozesse entstanden sind.

Ein kleiner Bach fließt durch den Canyon und verwandelt sich im Frühjahr in einen ziemlich reißenden Strom.




Eine weitere turkmenische Tradition ist der Bau kleiner Steinpyramiden.


Nach etwa einem Kilometer Fußmarsch durch die Schlucht finden Sie ganz unten auf der linken Seite eine große Nische. Alle Wege führen dorthin.

Dies ist die Grotte, in der sich die vierzig wunderschönen turkmenischen Mädchen vor den Eindringlingen versteckten. Der Legende nach hörte der Feind Gerüchte über diese in den Bergen versteckte Kostbarkeit und begann eine lange Suche nach den Mädchen. Als die Eindringlinge in die Schlucht eindrangen, beteten die Mädchen und riefen die Koytendag-Berge an, sie zu beschützen. Die Berge antworteten, schlossen sich und versteckten die vierzig Mädchen für immer.

In der Grotte „Kyrk Gyz“ kann man auch einen anderen turkmenischen Brauch erleben: „Wunschbänder“. Dabei nimmt man ein Stück Stoff, taucht ein Ende in den örtlichen Lehm und wirft es an die Decke der Grotte. Wenn das Band kleben bleibt, geht der Wunsch mit Sicherheit in Erfüllung.


Die Decke der Grotte ist mit Tausenden solcher Bänder bedeckt. In der Ecke darunter liegen heruntergefallene Bänder, die Wünsche, die nie in Erfüllung gehen werden.

In der Grotte gibt es einige natürliche Becken, in denen sich Bergwasser sammelt. Den Krügen in der Nähe nach zu urteilen, trinken die Leute dieses Wasser.

In einer Ecke der Grotte befindet sich eine echte Höhle, die etwa 10 Meter in die Tiefe reicht.

Natürlich entspannen sich die Turkmenen hier auch gerne. Direkt unter der Decke befinden sich mehrere Sitzplattformen und eine Feldküche mit großen Kesseln.

Ein Tisch ist mit einem Dastarkhan und Kurpachas (traditionellen Kissen) gedeckt.

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