
Nördlich der Mausoleen und der alten Kühlkammern liegt das alte Seldschuken-Merv – eine ausgedehnte mittelalterliche Stadt, die als Sultan-Kala bekannt ist. Die gewaltigen Mauern der Stadt, die sich auf jeder Seite über zwei Kilometer erstrecken, stehen noch immer und bilden einen Platz, der die Erhabenheit einer vergangenen Ära verkörpert.
Im Herzen von Sultan-Kala erhebt sich das erhaltene Mausoleum von Sultan Sanjar, einem der großen Seldschuken, majestätisch über den vergrabenen Überresten dieser alten Stadt. Die riesige archäologische Stätte von Sultan-Kala stellt die Ruinen des mittelalterlichen Merv dar – einer Stadt, die im 11. und 12. Jahrhundert einst ein wichtiges Zentrum des Seldschukenreichs war.
Sultan-Kala mit seiner unregelmäßigen viereckigen Form diente als Kern der seldschukischen Hauptstadt und lag westlich der älteren Siedlung Gyaur-Kala. Unter der Herrschaft der Seldschuken, insbesondere während der Herrschaft von Melik Shah, erreichte Merv seinen kulturellen und wirtschaftlichen Höhepunkt. Der seldschukische Herrscher ließ einen Verteidigungsring um die Stadt errichten, komplett mit Befestigungen und einem umgebenden Graben. Dieses ehrgeizige Projekt führte dazu, dass Sultan-Kala, auch bekannt als die „Festung der Sultane“, sich über 400 Hektar erstreckte.
In dieser großartigen Stadt stand die beeindruckende Zitadelle Shahriyar-Ark, die im nordöstlichen Teil von Sultan-Kala lag. In diesem Gebiet befanden sich der Königspalast, Verwaltungsgebäude und Kasernen für Soldaten. Alt-Merv, auch Shahujahan genannt, war die Hauptstadt des riesigen Seldschukenreichs – eine blühende Stadt, die für ihren umfangreichen Handel, die Handwerkskunst ihrer Handwerker und ihre bedeutenden kulturellen und wissenschaftlichen Beiträge bekannt war.
Um die Wende des ersten und zweiten Jahrtausends hatte sich Merv als bedeutendes Zentrum der Kultur und des Lernens etabliert. Die Stadt beherbergte zahlreiche Bibliotheken, von denen eine laut dem Geographen Yakut ibn-Hamawi aus dem 12. Jahrhundert 120,000 Bände umfasste. Insgesamt gab es in Merv zehn Bibliotheken, in denen Manuskripte bei spezialisierten Buchhändlern erworben werden konnten – ein Beweis für die intellektuelle Lebendigkeit der Stadt. Darüber hinaus war Merv für sein astronomisches Observatorium bekannt, in dem Gelehrte, darunter der berühmte Dichter und Wissenschaftler Omar Khayyam, ihre Studien durchführten.
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