
Turkmenistan ist die Heimat einer reichen und vielfältigen Bevölkerung, wobei die Turkmenen die größte ethnische Gruppe darstellen. Sie machen etwa 67 % der Bevölkerung des Landes aus – über 6 Millionen Menschen – und haben auch bedeutende Gemeinden im benachbarten Iran, Afghanistan und Russland.
Die Turkmenen sind an ihren ausgeprägten körperlichen Merkmalen erkennbar. Sie sind im Allgemeinen groß, haben eine längliche Kopfform, schmale Gesichter und eine hohe Stirn. Ihre Haare, Augen und Haut haben tendenziell dunklere Farbtöne, während mongolische Merkmale kaum vorhanden sind. Diese Merkmale spiegeln ihr einzigartiges Erbe und die Mischung aus Einflüssen über Jahrhunderte hinweg wider.
Die Ursprünge der Turkmenen sind Gegenstand wissenschaftlicher Debatten. Viele glauben, dass die Turkmenen Nachkommen des Oguz Khan sind, dessen Migration und Ansiedlung in der Region zwischen dem 9. und 11. Jahrhundert die Entwicklung des turkmenischen Volkes maßgeblich beeinflusste. Die Ankunft der Oguz spielte eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung der turkmenischen Sprache, Kultur und körperlichen Merkmale.
Einige Historiker argumentieren jedoch, dass die frühesten Vorfahren der Turkmenen alte iranischsprachige Nomadenstämme waren, die das Gebiet des heutigen Turkmenistan durchstreiften. Der Begriff „Turkmene“ selbst soll altpersische Wurzeln haben und sich von der Phrase „den Türken ähnlich“ (turkmanend) ableiten. Das Ethnonym tauchte erstmals im späten 10. Jahrhundert in arabischen Quellen auf und bezog sich auf Menschen „wie die Türken“ oder „Turkvölker“. Die Bildung der turkmenischen Nation als eigenständige Einheit wird allgemein als im 14. und 15. Jahrhundert abgeschlossen angesehen, nach den Mongoleninvasionen, die zur Gründung neuer Stammesbündnisse führten.
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