Turkmenische Traditionen

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Turkmenische Traditionen

Turkmenen

Turkmenistan ist ein Leuchtturm dauerhafter Bräuche und tief verwurzelter Traditionen, die seine einzigartige Kulturlandschaft prägen. Für Besucher und Einheimische gleichermaßen bieten diese Bräuche einen Einblick in eine Lebensweise, die über Jahrhunderte hinweg sorgfältig bewahrt wurde. Von der herzlichen Gastfreundschaft bis zum tiefen Respekt gegenüber Älteren zeichnen die turkmenischen Traditionen ein lebendiges Bild einer Gesellschaft, die auf Werten wie Ehre, Respekt und Gemeinschaft beruht.

Gastfreundschaft ist vielleicht das auffälligste Merkmal der turkmenischen Kultur und tief im Alltagsleben verwurzelt. In Turkmenistan ist die Bewirtung eines Gastes nicht nur eine Frage der Höflichkeit, sondern eine heilige Pflicht. Bei der Ankunft werden Gäste mit den herzlichen Worten „Khosh geldiniz!“ – „Willkommen!“ begrüßt. Dieser herzliche Empfang wird von Freuden- und Ehrenbekundungen begleitet, die den tiefen Respekt widerspiegeln, den die Turkmenen ihren Besuchern entgegenbringen. Die Tradition unterstreicht den Glauben, dass jeder Gast ein Geschenk Allahs ist, ein Gefühl, das seine Wurzeln in den alten Praktiken des Überlebens in der Wüste hat. In früheren Zeiten erforderte die raue Umgebung der Wüste gegenseitige Unterstützung, und ungastliches Verhalten wurde sogar von der eigenen Familie missbilligt. Heute besteht diese Tradition fort, wobei Gästen stets der größte Respekt und die größte Sorgfalt entgegengebracht werden. Darüber hinaus wird die Heiligkeit von Lebensmitteln betont, da das Treten auf Tücher mit Lebensmitteln als schweres Vergehen gilt, was die heilige Natur des gemeinsamen Essens unterstreicht.

Ebenso bedeutsam ist der tiefe Respekt, den die Turkmenen ihren Älteren entgegenbringen. Diese Tradition ist nicht nur eine Frage der Höflichkeit, sondern ein Grundwert, der tief in der turkmenischen Gesellschaft verwurzelt ist. Von den jüngeren Generationen wird erwartet, dass sie ihren Älteren beistehen, sie ehren und ihnen gegenüber niemals Missfallen zeigen. Das Sprichwort „Gold und Silber altern nicht, Vater und Mutter sind unbezahlbar“ bringt dieses Gefühl perfekt auf den Punkt und unterstreicht den unschätzbaren Wert familiärer Bindungen und Respekts. Väter werden als Familienoberhäupter für ihre Führung und ihren Schutz verehrt, während Mütter geschätzt und respektiert werden. Jeder Akt der Respektlosigkeit gegenüber einer Mutter wird nicht nur verurteilt, sondern von der Gemeinschaft aktiv korrigiert.

Moral und Integrität sind Eckpfeiler der turkmenischen Werte. Die Turkmenen sind bekannt für ihre Gastfreundschaft, Bescheidenheit und Ehrlichkeit. Sie legen Wert auf Aufrichtigkeit und haben einen ausgeprägten Sinn für Ehre. Sie bringen oft zum Ausdruck, dass persönliche Ehre mit der Ehre der eigenen Familie und Gemeinschaft verknüpft ist. Diese Hingabe an ethisches Verhalten spiegelt sich in ihrer Verachtung von Klatsch und Betrug wider. In der turkmenischen Kultur gilt eine Person, die tratscht, als nicht vertrauenswürdig, und Feigheit und Undankbarkeit werden gleichermaßen verachtet. Stattdessen schätzt die turkmenische Gesellschaft Freundschaft, Nachbarschaft und Gemeinschaftsgeist, was durch Sprichwörter veranschaulicht wird, die betonen, wie wichtig es ist, seine Nachbarn zu kennen und harmonische Beziehungen zu ihnen zu pflegen.

Hochzeiten in Turkmenistan sind eine lebendige Darstellung traditioneller Bräuche und Rituale und geben einen Einblick in die kulturelle Bedeutung dieser Zeremonien. Die Hochzeitskleidung spielt eine entscheidende Rolle, wobei besondere Betonung auf ihre schützenden und reinigenden Eigenschaften gelegt wird. Schals oder Kopftücher sind beispielsweise ein zentraler Bestandteil der Hochzeitsfeierlichkeiten. Am Hochzeitstag der Braut bringen die Gäste in diese Schals eingewickelte Geschenke mit und erhalten im Gegenzug Schals voller Geschenke, die den Austausch von Wohlwollen symbolisieren. Die Größe und Schönheit des Schals gelten als bedeutsam und dienen oft als Symbol für die Großzügigkeit des Bräutigams.

Das Hochzeitskleid selbst ist von großer Bedeutung. Traditionell werden bestimmte glückverheißende Tage für das Zuschneiden und Nähen des Kleides gewählt, wobei das Wohlergehen der Braut eng mit diesem Vorgang verknüpft sein soll. Das Kleid wird aus Stoff gefertigt, den der Bräutigam zur Verfügung stellt, und im Haus der Braut von den angesehensten Frauen des Dorfes genäht, darunter auch von den kinderreichsten Frauen. Auch die Freundinnen der Braut sind beteiligt, und Stoffreste werden als Glücksbringer aufbewahrt.

Darüber hinaus ist die Kleidung der Braut mit Amuletten und Glücksbringern geschmückt, die das Böse abwehren und ihr Wohlergehen sichern sollen. Das Hochzeitskleid, das oft aus traditionellem roten Stoff gefertigt ist, soll positive Energie anziehen und gleichzeitig den „bösen Blick“ abwehren. Zum weiteren Schutz vor neidischen Blicken trägt die Braut einen Umhang und verschiedene Amulette, die sowohl Schutz als auch Wohlstand bieten sollen.

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