Gedenkhausmuseum von Tamara Khanum

Eurasien.Reisen > Usbekistan > Museen > Taschkent-Museen > Gedenkhausmuseum von Tamara Khanum

Gedenkhausmuseum von Tamara Khanum

Versteckt im geschäftigen Herzen von Taschkents, abgeschirmt von den belebten Straßen durch Wohnhäuser und Geschäftsgebäude, steht ein Museum, das Tamara Khanum ehrt, einer emblematischen Figur in Usbekistans kulturellem Gefüge. Dieses Hausmuseum, eingebettet in die Straße, die ihren Namen trägt, war der Zufluchtsort, an dem diese berühmte Künstlerin ihre letzten Jahre verbrachte.

Tamara Khanum, deren Geburt 1906 im Fergana-Tal den Beginn eines außergewöhnlichen Lebens markierte, hieß ursprünglich Petrosyan, was ihre armenische Herkunft widerspiegelt. Ihre Lebensgeschichte ist eine leidenschaftliche Ode an die darstellenden Künste, eine Reise, die begann, als sie im zarten Alter von 13 Jahren die Bühne betrat. Als Absolventin der Moskauer Theaterschule im Jahr 1925 nahm Khanums Karriere Fahrt auf, als sie das Publikum in Paris und anderen europäischen Hauptstädten begeisterte. Ihre künstlerischen Bemühungen beschränkten sich nicht nur auf Aufführungen; sie spielte eine entscheidende Rolle bei der Gründung von Musiktheatern in usbekischen Städten und führte einen regen Briefwechsel mit internationalen Kunstgrößen.

Mit 30 Jahren war Khanum bereits eine gefeierte Solistin der usbekischen Philharmonie und widmete sich der Entwicklung des usbekischen Nationaltanzes. Doch es war ihre leidenschaftliche Sammlung und Aufführung der Volkstänze und Lieder verschiedener Nationen, die sie zum internationalen Star machte. Mit der unheimlichen Fähigkeit, sich in nur wenigen Tagen die folkloristische Essenz eines Landes anzueignen, trat sie mit einer solchen Authentizität auf, dass sie die Seele dieser Länder zu verkörpern schien. Ihre weltweiten Tourneen führten zu einer persönlichen Sammlung nationaler Kleidung, die heute ein zentrales Element der Ausstellung im Tamara Khanum-Museum ist und alles von slawischen über chinesische und andere asiatische bis hin zu ägyptischen Kleidungsstücken zeigt.

Khanums Verdienste gingen über die Kunst hinaus. Während des Großen Vaterländischen Krieges von 1941 bis 1945 trat sie an der Front auf und spendete großzügig für die Kriegsanstrengungen, was ihr für ihre patriotischen Verdienste den Rang eines Hauptmanns in der sowjetischen Armee einbrachte. Ihre glanzvolle Karriere erstreckte sich über mehrere Jahrzehnte und endete in den 1980er Jahren. Auf Tamara Khanums Tod 1991 in Taschkent folgte drei Jahre später die posthume Ehre der Eröffnung des Museums.

Die erste Ausstellung des Museums, an deren Kuratierung Khanum selbst beteiligt war, zeigt eine beeindruckende Sammlung internationaler Bühnenkostüme, die sie einst trug. Besucher können auch in die nachgebildete Atmosphäre ihres Zuhauses eintauchen, eine Sammlung von Fotos und Postern durchsehen, Audioaufnahmen anhören, Manuskripte ihrer Gedichte lesen und Porträts usbekischer Künstler bewundern. Wenn man auf ihre sechs Jahrzehnte währende Karriere zurückblickt, ist es offensichtlich, dass Tamara Khanums Leben von einer tiefen Hingabe an die Künste geprägt war, was ihr Vermächtnis als Inbegriff des usbekischen Volkstanzes sicherte.

Adresse:  1/41, Tamara Khanum Str., Bezirk Mirzo Ulugbek
Telefon: (+99871) 267 86 90
Öffnungszeiten: 10: 00AM-05: 00PM
Freie Tage: Samstag Sonntag