
Der Reiz des Ostens ist zeitlos und im Mittelpunkt dieses Zaubers steht der lebhafte Basar. Diese Basare waren historisch gesehen die pulsierenden Zentren östlicher Städte, in denen Handel, Kultur und Gemeinschaft miteinander verflochten sind. In den geschäftigen Gassen findet man nicht nur Händler und ihre Waren, sondern auch die neuesten Nachrichten, gemeinsames Lachen und die Kameradschaft von Freunden, die in den zahlreichen überall verstreuten Chaikhanas Tee schlürfen.
Diese Basare waren sowohl Handelszentren als auch das Lebensblut der Stadt. Hier wurden königliche Dekrete verkündet, Recht gesprochen und die Menschen feierten ihre Feste mit Begeisterung. Der Registan-Platz in Samarkand ist ein Zeugnis solcher vielseitiger Basare, wo im 19. Jahrhundert Handelsreihen und Bucharan-Kuppeln nicht nur als Handelszentren dienten, sondern auch als gesellschaftliche Treffpunkte zum Austausch von Geschichten und Neuigkeiten.
Die Vielfalt dieser Basare war überwältigend. In den Reihen, die ausschließlich Seide verkauften, wurden luxuriöse Stoffe aus fernen Ländern wie Indien und China ausgestellt. In den Kunsthandwerkervierteln wurden exquisite Keramik, Metallarbeiten und Schmuck ausgestellt, die einen Einblick in die reiche Vielfalt östlicher Handwerkskunst boten. Viele dieser Basare entlang der Seidenstraße können auf eine Geschichte zurückblicken, die bis ins frühe Mittelalter zurückreicht. Einige Basare in Choresmien stammen aus dem 6. bis 10. Jahrhundert, andere in Samarkand und Buchara aus ähnlichen Zeiträumen.
In Taschkent ist der Alai-Basar einer der ältesten Basare. Er soll zwischen dem 12. und 13. Jahrhundert auf dem Berg Alai entstanden sein. Ursprünglich war er ein Handelsplatz auf der Route von Ostturkestan ins Fergana-Tal und war für seinen geschäftigen Viehhandel bekannt. Im 19. Jahrhundert entwickelte sich dieser Handelsposten zu einem vollwertigen Basar, der die Altstadt mit den neueren, während der russischen Kolonialzeit entstandenen Regionen verband und zu einem beliebten Treffpunkt für die Einwohner der Stadt wurde.
Heute ist der Alay-Basar einer der ältesten Märkte Taschkents und hat trotz seiner Modernisierung seinen traditionellen Charakter bewahrt. Besucher können durch Reihen voller orientalischer Delikatessen, Früchte und einer Vielzahl anderer Waren schlendern. Der Basar bietet auch einen abwechslungsreichen Flohmarkt und einen zweistöckigen Schmuckkomplex, in dem man exquisite Silber- und Goldgegenstände kaufen kann.
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