Lutheran Church

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Deutsche Kirche

Die Deutsche Kirche der Evangelisch-Lutherischen Kirche
Die Deutsche Kirche der Evangelisch-Lutherischen Kirche

Im Herzen von Taschkents, inmitten des grünen Blätterdachs alter Bäume, steht ein Bauwerk von historischer und architektonischer Bedeutung – die Deutsche Kirche, auch bekannt als Evangelisch-Lutherische Kirche. Dieses gotische Gebäude in der Sadiq-Asimov-Straße ist stiller Zeuge des Vergehens von über einem Jahrhundert und seine Präsenz ist eine Konstante im sich ständig verändernden Stadtbild.

Die Deutsche Kirche, die einzige lutherische Kirche in Taschkent, wurde 1899 errichtet. Sie ist ein Werk der lutherischen Gemeinde von Taschkent unter der Leitung des renommierten Architekten AL Benoit. Sein Entwurf, ein Spiegelbild des neugotischen Stils, ließ sich von der baltischen Kirchenarchitektur inspirieren. Das Ergebnis ist ein Gebäude aus braungelben Ziegeln, das ein Gefühl von altehrwürdiger Tradition ausstrahlt.

Während ihrer gesamten Existenz spiegelte die Kirche die wechselnden Gezeiten der Geschichte wider. In der Zeit der Sowjetherrschaft wurden die heiligen Mauern der Kirche umfunktioniert und dienten zunächst als Lagerhaus, bevor sie Ende der 1970er Jahre in ein Teil des Taschkent-Konservatoriums umgewandelt wurden. Nach der Restaurierung wurde sie zur Heimat des Opernstudios des Konservatoriums. In dieser Zeit wurde auch eine Orgel eingebaut und die Kirche wurde zu einem Veranstaltungsort für bezaubernde Orgelkonzerte.

Die 1990er Jahre markierten ein neues Kapitel für die Kirche, als sie einer neu entstehenden lutherischen Gemeinde anvertraut wurde. Die Geschichte des Luthertums in Taschkent reicht über 125 Jahre zurück und ist eine Geschichte von Blüte und Not zugleich. Heute zählt die Gemeinde über 200 Gemeindemitglieder in Taschkent und etwa hundert in Fergana.

Die Gemeinde besteht hauptsächlich aus Taschkentdeutschen, Nachfahren der Offiziere, die im 19. Jahrhundert während der Kaiserzeit ankamen. Die Kirche ist für sie und internationale Besucher nach wie vor ein Ort der Anbetung und behält ihre Rolle als spiritueller Zufluchtsort.

Die Gottesdienste der Deutschen Kirche wurzeln in der Tradition der katholischen Messe, haben jedoch eine klarere Form. Die Gottesdienste werden jeden Sonntag in deutscher und russischer Sprache abgehalten und spiegeln das Engagement der Kirche für ihre zweisprachige Gemeinde wider.

Die Leitung der Kirche ist demokratisch; der Pfarrer wird von den Gemeindemitgliedern gewählt und muss sich keinem formellen Initiationsritus unterziehen. Die Priester tragen während der Messe liturgische Gewänder, wobei die Liturgie der Gläubigen oder Anaphora das Herzstück der lutherischen liturgischen Tradition ist.

Musik spielt im Gottesdienst eine zentrale Rolle. Zur Orgelbegleitung werden auf Deutsch gesungene Hymnen gespielt. Das Innere der Kirche ist im Vergleich zu katholischen Kirchen schlicht gehalten und verkörpert das lutherische Prinzip der Ehrfurcht ohne Reliquien- und Ikonenverehrung. Daher beschränkt sich die Bildsprache in der Kirche auf einige wenige Darstellungen von Christus und den Aposteln.

Der Altar ist nach wie vor der Mittelpunkt der lutherischen Kirche, ähnlich der katholischen Tradition. Andere Elemente wie das Kruzifix, die heilige Flamme und Kerzen sind ebenfalls wesentlicher Bestandteil der Atmosphäre der Kirche und symbolisieren das Licht des Glaubens, das die Gemeinde über die Jahre hinweg geleitet hat.