St.-Georgs-Kapelle in Taschkent

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St.-Georgs-Kapelle in Taschkent

A;ex. Newski-Kapelle am Kamolon-Tor in Taschkent

Inmitten eines malerischen Wohnviertels, nur einen Steinwurf von den historischen Kamolon-Toren entfernt, steht eine bescheidene Kapelle, die als Taschkents ältestes erhaltenes Denkmal des vorrevolutionären orthodoxen Glaubens gilt. Diese heilige Stätte, unweit der belebten Straßen Khalklar Dustligi und Samarkand-Darboza sowie des ruhigen Aktepa-Kanals, dient als ergreifende Erinnerung an die reiche und vielschichtige Geschichte der Stadt.

Die Kapelle wurde 1866 über dem gemeinsamen Grab von zwei Dutzend russischen Soldaten errichtet, die während der Belagerung Taschkents durch General Tschernjajew im Juni 1865 gefallen waren. Die Wahl dieses besonderen Ortes als letzte Ruhestätte war alles andere als willkürlich. Sie liegt neben dem alten muslimischen Friedhof von Kamolon und bildet so eine symbolische Brücke zwischen Kulturen und Epochen. Das Denkmal selbst wurde strategisch günstig zwischen den Toren von Kamolon und dem Friedhof platziert und schmiegt sich an dessen Fuß.

Im Jahr nach der Schlacht wurde das Massengrab mit einem Grabstein mit der gefühlvollen russischen Inschrift „Für unsere Freunde“ gekennzeichnet. Außerdem wurde zu Ehren der Gefallenen ein einzigartiges Denkmal errichtet, das aus drei aus Mörserkanonenkugeln geformten Pyramiden bestand. Bis 1867 wurde auf diesem heiligen Boden eine Kapelle errichtet, deren Wände mit slawischen Inschriften aus den heiligen Texten des Alten und Neuen Testaments geschmückt waren.

Im Herzen der Kapelle stand ein Prisma, dessen eine Seite mit einer Ikone geschmückt war, auf der anderen Seite mit Passagen aus der Heiligen Schrift und auf der dritten mit den Namen der Soldaten, die ihr Leben gelassen hatten. Um die Kapelle herum war ein ruhiger Park angelegt, komplett mit einem Kircheneingang, Kreuzen und einem kunstvollen Eisenzaun. Veteranen, respektvoll als „Menschen mit Behinderungen“ bezeichnet, wurden mit der Pflege des Denkmals und seiner grünen Umgebung betraut. Jedes Jahr am 15. Juni, dem Jahrestag der Einnahme Taschkents, schlängelte sich eine feierliche Prozession von der Kapelle durch die Hauptverkehrsstraßen der Stadt, eine bewegende Hommage an die Verstorbenen.

Dieser heilige Komplex blieb bis zu den Unruhen von 1917 bestehen. Während der Oktoberrevolution zerstörten bolschewistische Truppen sowohl den Gedenkpark als auch die Kapelle. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg, im Jahr 1949, wurde das Land einer einheimischen usbekischen Familie überlassen, die dort ihr Zuhause errichtete. Trotz der Spuren von Zeit und Geschichte steht die Kapelle, obwohl verwittert, hinter ihren Toren, heißt weiterhin Besucher willkommen und zeugt von der turbulenten Vergangenheit der Stadt.