
Usbekistan wird oft für seine ikonischen Wahrzeichen gefeiert – den atemberaubenden Registan in Samarkand, die historische Arche in Buchara, den hoch aufragenden Fernsehturm von Taschkent und die rostigen Schiffe, die auf dem Grund des ausgetrockneten Aralsees gestrandet sind. Dieses zentralasiatische Land ist jedoch auch die Heimat einer Fülle wilder und unberührter Orte, die von einfachen, offenherzigen und gastfreundlichen Menschen bewohnt werden. Ein solcher Ort ist das atemberaubende Pskem-Tal, eine bemerkenswerte Bergregion, eingebettet in felsige Schluchten zwischen den hoch aufragenden Gipfeln der Ugam- und Pskem-Berge in der nördlichen Provinz Taschkent. Bemerkenswerterweise wurde dieses Tal aufgrund seiner Nähe zu den Grenzen benachbarter Republiken erst 2018 für ausländische Touristen geöffnet.

Im Pskem-Tal ist alles ungewöhnlich und verschiedene Elemente koexistieren harmonisch. Die Namen der Flüsse, Berge und Siedlungen könnten kasachischen Ursprungs sein und die Geschichte der Region als Teil der Kasachischen SSR bis 1956 widerspiegeln. Die lokale Bevölkerung kommuniziert dagegen oft auf Tadschikisch, ein Beweis für die historische Komplexität der Region. Am Fuße der Berge ist die Wärme des Sommers noch spürbar, während die Hänge darüber die goldenen Farben des Herbstes annehmen. Weiter oben glitzern die schneebedeckten Gipfel in der Sonne und bilden einen atemberaubenden Kontrast zu den wechselnden Jahreszeiten.
Eine der nächstgelegenen Siedlungen zu Taschkent, nur 127 Kilometer entfernt, ist das Dorf Ispey, das auf einem steilen Felsplateau am linken Ufer des Flusses Pskem thront. Aus der Ferne ist nicht sofort erkennbar, dass es sich hier um ein besiedeltes Gebiet handelt; etwa vierzig einstöckige Häuser sind vollständig von der umgebenden grünen Landschaft umgeben. Die charakteristischen Pyramidenpappeln, die in Usbekistan nur in der Nähe menschlicher Siedlungen wachsen, dienen als Anzeichen für das Leben in dieser verborgenen Enklave.
Die Einwohner von Ispey betreiben voll und ganz Viehwirtschaft, wobei jede Familie ihre eigenen Schafe, Ziegen, Kühe, Pferde und Esel versorgt. Auch die Bienenzucht ist weit verbreitet und trägt zur Selbstversorgung des Dorfes bei. Ein Stadttourist, der dieses abgelegene Land zum ersten Mal betrat, äußerte einmal sein Erstaunen: „Warum überhaupt hier leben? Ich verstehe, dass es zum Reisen wunderschön ist, aber wie kann man an einem Ort ohne Produktion, Organisationen oder Institutionen leben?“ Darauf antwortete ein Einheimischer: „Ich esse jeden Tag Fleisch. Sie tun das auch, aber Sie kaufen es. Um es zu kaufen, arbeiten Sie für jemand anderen. Ich arbeite für mich und meine Familie.“ Diese alte Philosophie fängt die Essenz des Lebens in Ispey ein.
Fahrt durch malerische Bergstraßen
Seilbahnfahrt zum Kumbelgrat
Panoramablick auf Big Chimgan
Reiten in der Bergschlucht
Mittagessen in einem lokalen Restaurant