Yunus-Khan-Mausoleum

Eurasien.Reisen > Usbekistan > Taschkent > Yunus-Khan-Mausoleum

Yunus-Khan-Mausoleum

Yunus-Khan-Mausoleum
Das zentrale Portal des Mausoleums von Yunus Khan neben der Islamischen Universität in Taschkent, Usbekistan.

Im Schatten des Shayhantaur-Ensembles, entlang der belebten Navoy Avenue, liegt ein historisches Juwel von Taschkents: das Mausoleum des einstigen Herrschers der Stadt, Yunus-Khan. Dieses Mausoleum, ein stiller Wächter der Geschichte, liegt eingebettet in die heiligen Grenzen des Shayhantaur-Friedhofs und ist ein Zeugnis der architektonischen Genialität der Vergangenheit.

Das Yunus-Khan-Mausoleum stammt aus der Zeit des Herrschers selbst (1415 – 1487) und ist ein Musterbeispiel für die T-förmige Bauweise eines Khanaka-Mausoleums. Die Südfassade des Gebäudes ist durch ein stattliches Portal gekennzeichnet, das von bescheidenen Seitenflügeln flankiert wird. Dieses Design spiegelt sich in der gesamten kreuzförmigen Halle des Gebäudes mit ihrer halbachteckigen Nische im Norden wider. Die Halle verfügt über zweistöckige Hudjras (Kammern), die an den Ecken liegen und sich jeweils mit dreiseitigen Türen zur Welt hin öffnen. Darüber ruht eine kugelförmige Kuppel anmutig auf Querbögen, während die oberen Hudjras mit Kuppeln gekrönt sind, die auf mehrreihigen Schildzwickeln sitzen.

1970 wurde das Mausoleum einer umfassenden Restaurierung unterzogen, insbesondere der äußeren Kuppelhalle, wodurch diesem alten Denkmal neues Leben eingehaucht wurde. Die mit aufwendig geschnitztem Holz und Ganch Panjara (Gitterwerk) geschmückten Fenster lassen das sanfte Licht im Raum tanzen. Die Bögen sind mit Fragmenten von Ganch Girikh verziert, einer geometrischen Ornamentik, die dem visuellen Erlebnis Tiefe und Komplexität verleiht. Mukannas-Stalaktiten, eine für Ganch-Arbeit typische dekorative Anordnung, betonen die Kuppeln und erzeugen ein Spiel aus Licht und Schatten, das sowohl faszinierend als auch heiter ist.

Die Dimensionen des Mausoleums zeugen von seiner Größe: Es misst insgesamt 21.5 x 20.5 Meter und hat eine Gebäudebreite von 16 Metern. Die zentrale Halle, ein Quadrat von 7 x 7 Metern, lädt Besucher ein, einen Raum zu betreten, in dem Geschichte und Kunst zusammentreffen.