
Eines der bemerkenswertesten Wahrzeichen von Termez ist die Freundschaftsbrücke, ein wichtiger Übergang an der südlichen Grenze zwischen Usbekistan und Afghanistan. Diese Brücke verbindet die usbekische Stadt Termez mit der afghanischen Hafenstadt Hayraton und dient als wichtige Verbindung zwischen den beiden Ländern.
Der Standort der Freundschaftsbrücke hat eine bewegte Vergangenheit. Vor über einem Jahrhundert gab es hier sowohl eine Holz- als auch eine Eisenbrücke über den Fluss Amudarja. Die ursprüngliche Holzkonstruktion wurde im Mai 1888 unter der Leitung des russischen Generals M. Annenkow errichtet, in der frühen Phase der russischen Expansion nach Zentralasien. Zu dieser Zeit wurde die Transkaspische Eisenbahn gebaut, und eine zuverlässige Überquerung des Amudarja war für den Fortschritt der Eisenbahn unerlässlich.
Die ursprüngliche Holzbrücke, die sich über fast drei Kilometer erstreckte, war mit Holzpfählen verstärkt und galt als technisches Wunderwerk ihrer Zeit. Ihre Lebensdauer war jedoch nur von kurzer Dauer. Nach nur 14 Jahren im Einsatz begann die Brücke aufgrund der starken Strömung des Amudarja und des sandigen Flussbetts zu verfallen, was schließlich zu ihrem Einsturz führte.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde die Transkaspische Eisenbahn in Zentralasiatische Eisenbahn umbenannt, was ihre Expansion in ganz Turkestan widerspiegelte. Der zunehmende Verkehr über den Amudarja-Übergang machte einen Ausbau erforderlich.
1902 wurde mit dem Bau einer neuen Eisenbahnbrücke begonnen, um die alte Holzkonstruktion zu ersetzen. Die russische Regierung stellte für dieses Projekt 5 Millionen Rubel zur Verfügung – eine für die damalige Zeit beträchtliche Summe. Die Bauleitung übernahm der renommierte Ingenieur S. Olshevsky, der für seine Arbeit an großen Brückenprojekten über Westsibirien und den Aralsee bekannt war. Olshevsky entwarf eine robuste Eisenbahnbrücke mit 27 Brückenfeldern, die zu dieser Zeit eine der größten Brücken ihrer Art weltweit war. Die Brücke war auf Langlebigkeit ausgelegt, was erklärt, warum sie bis zu ihrer nächsten großen Modernisierung 77 Jahre später, während der Sowjetzeit, in Betrieb blieb.